Sonntag, 26. Juni 2016

Sonntagssplitter # 24

"Es gibt ein Heilmittel, das [...] innerhalb weniger Jahre ganz Europa [...] frei und glücklich machen könnte. 
Dieses Mittel besteht in der Erneuerung der europäischen Familie, oder doch eines möglichst großen Teils davon.
 Wir müssen ihr eine Ordnung geben, unter der sie in Frieden, Sicherheit und Freiheit leben kann..
 Wir müssen eine Art Vereinigter Staaten von Europa errichten."

Winston Churchill ( am 19.09.1946 in Zürich)

Gefragt: Und was mache ich nun mit meinem britischen Hund?


Gedacht: Als ich für Lottas Fotoaktion "Bunt ist die Welt" Blumenkübel mit der Kamera sammelte, merkte ich, wie ich dabei ganz nebenbei an europäischer Geschichte entlang schrappte.
Obiger Blumentopf steht vor dem Schloss Arenenberg und blickt vom Schweizer Ufer auf die Insel Reichenau. Schloss Arenenberg war zeitweise Wohnsitz der vormaligen holländischen Königin und Stieftochter Napoleons Hortense de Beauharnais und ihres Sohnes, dem späteren französischen Kaiser Napoleon III. Ja, die Bonapartes haben auch mal versucht, Europa nach ihrem Gusto zu gestalten...  


Gewandert: Die Blumenkübel auf der Insel Mainau machen eindeutig mehr her. Auch hier wandere ich wieder auf den Pfaden europäischer Geschichte. Von hier aus kann ich hinüber zur Victoria-Linde (Viktoria von Baden, spätere Königin von Schweden) schauen und über das Großherzogtum Baden sinnieren, seine verwandtschaftlichen Beziehungen zum schwedischen Königshaus, das wiederum auf Jean-Baptiste Bernadotte, den napoleonischen Marschall zurück geht. Die moderne Generation der Mainau pflegt den europäischen Gedanken durch kulturelle Aktionen und Engagements.


Gepflanzt: Monatserdbeeren, Basilikum und ein paar Blümchen habe ich daheim weniger glamourös und eher profan in einfache Töpfe gesetzt.



Geschützt: Sandsäcke werden rund um den Bodensee aufgeschichtet. Drei Länder teilen sich den See,
Grenzen gehören hier zum Alltag. Da lernt man im privaten und geschäftlichen Bereich auch die ganze Bürokratie, Erschwernisse und Hindernisse im Umgang mit dem Nicht-EU-Land Schweiz kennen.
Trotzdem ist mir die Schweiz doch (nicht nur kilometermäßig) näher als manches EU-Land.



Genervt: Klar, wie endet die Woche? Mit Regen. Entweder gleich wieder zu heiß, oder Hagel-Gewitter-Sturm-Regen-Mix.
Trotzdem gut, dass man über das Wetter keine Volksabstimmung lancieren kann. (Da dürft Ihr mal gern die Fantasie walten lassen, was dabei herauskäme...)


Gedehnt: Mein Rücken bedarf gerade regelmäßiger Dehnübungen, die meine Arbeit an den beiden Quilts unterbrechen. Derzeit liegt einer davon nämlich als Quiltsandwich auf dem Fußboden und wird zusammengesteckt und -geheftet.
Beim Strecken und Dehnen fällt mein Blick aus dem Fenster...


Gesummt (beim Schauen): Blackbird fly .... all your life you were only waiting for this moment to be free... 

Samstag, 25. Juni 2016

Berghimmel, noch einmal...



Doch, doch, der Bodenseehimmel ist schon toll, aber den Berghimmel am Lago Maggiore fand ich einfach imposanter, eindrücklicher. Deshalb zeige ich noch ein paar Impressionen aus unseren Juniferien in unserem Berghaus.
Selbst gespiegelt ist er schön (an dieser Stelle war mal der Eingang zum Ziegenstall...).



Tatsächlich existiert das Problem der "privaten Regenwolke". Dieses Haus hat aber Glück gehabt, da es zwar umwölkt aber nicht beregnet wurde.



Da immer mal wieder ganz kurze Schauer im Sonnenschein herunter gingen, hatten wir das Vergnügen zahlreicher Regenbogen über dem Tal, bei denen mir jedes Mal dieses Lied im Kopf herum geht.

Himmlisches geht sonst immer zu Katja, hoffentlich kann sie bald wieder ungehindert und unbelästigt ihren Blog weiterführen!

Freitag, 24. Juni 2016

Unter Palmen

Immerhin zwei Palmen wachsen in unserem Berghausgarten. Auf die kleinere der beiden fällt beim Frühstück am Steintisch vor dem Haus immer der Blick. Gleich fühlt man sich schon ganz nah am Mittelmeer, wobei doch eigentlich das nächste Gewässer erst der Lago Maggiore ist.



Beide Palmen gehören zur Gruppe der Fächerpalmen, denn die Rippenblätter spreizen sich wie ein Fächer,
Ich vermute, dass es sich bei unseren Palmen um Chinesische Hanfpalmen (Trachycarpus Fortunei) handelt, die auch als "Tessiner Palmen" bezeichnet werden, da sie sich im Klima der Alpensüdseite wohl sehr wohl fühlen. 1830 brachte der Naturforscher P.F. von Siebold die ersten Samenkörner von einer Forschungsreise nach Asien mit. Dort ist sie vom Himalaya in Nordindien bis in den Norden Thailands und China (Zentral- u. Ostchina) verbreitet.


Der Stamm ist mit dunkelbraunen hanfähnlichen Bastfasern bedeckt. Als Nutzpflanze wurden früher Fasern für Matten, Seile und Bürsten gewonnen.


12 bis 15 Meter hoch kann sie noch werden, da ist noch Platz nach oben...


Der Schatten ist zwar eher spärlich, dafür aber filigran. Von oben erkennt man den Nachbarn unserer Palme: den Feigenbaum.


Wie man sieht, hat sie gerade geblüht, als wir letztens dort waren. Dies sind die männlichen Blütenstände, aber auch zwittrige Blüten kommen vor.



Diese Palmenart gehört zu den kälteresistentesten Palmen und übersteht den Winter hier in den Bergen problemlos. Ab -10 Grad braucht sie Schutz (hier oben im Garten muss sie sich im Winter allein durchkämpfen, was ihr bislang nicht geschadet hat.) Da sie so robust ist und sich den örtlichen Gegebenheiten gut anpassen kann, findet man sie öfters in milderen Gebieten Mitteleuropas.

Auf meiner Postkarte für Lottas Aktion könnt Ihr gleich noch mehr Palmen entdecken. Aber ein im Garten zu haben, finde ich immer wieder genial.
 

verlinkt bei Ghislanas Baumfreunden 

 

Mittwoch, 22. Juni 2016

Wasser stopp, bitte!

Ja, endlich. Es wird Zeit, dass es warm und trocken wird. Der Pegel des Bodensees steigt und steigt. Noch kann die Auto-Fähre zwischen Konstanz und Meersburg fahren, auch wenn das Beladen der Autos schwieriger geworden ist, denn sie müssen jetzt hoch auf das Schiff fahren und nicht runter... Ein paar ufernahe Straßen mussten gesperrt werden.  

Ich nehme Euch schnell mit auf eine Abendrunde ans Seeufer. Das ist mein Standort für die letztjährige Foto-Aktion 12tel-Blick, vielleicht erinnert Ihr Euch. Die Boote mussten wegen des hohen Wasserstandes bis hinauf auf den Weg gezogen werden.  


Die Stege sind gesperrt, einige sind teilweise schon geflutet. Wenn ich mir so manche Seeufergrundstücke anschaue, dann bin ich froh, dass wir doch ein paar Meter mehr zwischen dem See und dem Haus liegen haben (gelegentlich ist es sicherer auf den "billigeren" Plätzen...).
Diese Wäschespinne würde ich gerade nicht benutzen wollen, und auch der Schritt durchs Rosentor führt direkt in den See.


Wie schön, drei trockene, sehr warme Tage kommen uns hier zupass. Am Wochenende gibt es dann wieder nassen Nachschub von oben.

Wirklich gruselig finde ich allerdings die allgegenwärtigen Pfützen und Pfuhle in Wald und Feld. Das verspricht eine schlimme Schnakenplage (Stechmücken) zu werden, wenn es jetzt wirklich Sommer werden sollte.