Sonntag, 29. Mai 2016

Sonntagssplitter # 21

"Ich akzeptiere das Chaos.
Ich bin mir nur nicht sicher,
ob es mich akzeptiert."

Bob Dylan

Tierisches, Blumiges, Wässriges und Städtisches aus meiner vergangenen Woche:


Tiere überall - ob im ländlichen, wie auch im städtischen Bereich


Die Blumen scheinen das derzeitige eher feuchte Wetter wohl mehr zu schätzen als wir



Dabei ist doch Wasser eh das Element der Gegend. Allerdings steht derzeit auf Wegen, Wiesen und in Senken das Wasser und verheißt eine Mücken- (Schnaken-)plage für den Sommer


Konstanz - das Mittelalter wird lebendig....

Morgen schauen wir mal, was sich im Mai an meinem 12tel-Blick-Standort in Konstanz so alles getan hat.


Samstag, 28. Mai 2016

Himmlisches Maimenü - heute mal ohne Erdbeeren und Spargel

Wöchentlich wechselnde Angebote mit saisonalem Charakter auf der Wochenkarte des himmlischen Bistros am See.

 1 Himmelsazur mit Holunderblütenhäubchen und zarten Duftnuancen


2 Zarter junger Feiertagsmorgenhimmel  an frischem Eschengrün


3 Wolkenstrang, leicht gedünstet, mit einem Fumet aus Wiesen und Wald


4 Schönwetterhimmelstreifen an Schäfchenwolkenschaum mit fluffigen Watteweißtörtchen


5 Morgenhimmel sous vide (im Wasserbad)


6 Wolkenabendtaumel zart angegrillt


Ich fürchte, dass am Wochenende nicht mehr ganz so leckere Feinschmeckergerichte serviert werden.
Also setzt Euch schnell an den Tisch und bestellt, das Angebot ist begrenzt.
Für mich bitte No. 1!!! (Nomen est omen!)

Sicherheitshalber solltet Ihr gleich bei Katjas "In-Heaven" reservieren!



 

Donnerstag, 26. Mai 2016

Erlenzauber


Habt Ihr in der Schule noch Goethes "Erlkönig" auswendig gelernt oder wenigstens gelesen?  Kennt Ihr vielleicht sogar die Ballade um "Erlkönigs Tochter" (von Herder)?
Keine Sorge, ich will Euch jetzt nicht ins Lyrikseminar entführen... Nein, ich will Euch nur zur Erle mitnehmen, aber ein bisschen magisch wird es auf jeden Fall.

Sumpf- und Moorlandschaften, Flüsse und Bäche liebt die Erle, die feuchte Umgebung liegt ihr. Ein bisschen unwirklich ist es dort; früher waren dies gewiss oft auch gefährliche Orte, sumpfig, morastig, verrufen, unwirtlich.


Ein Tor zwischen zwei Elementen, zwischen zwei Welten stellte die Erle so früher in den Augen der Menschen dar und war ihnen somit oft unheimlich. Seit der Antike ranken sich Sagen und Mythen um die Erlen. Bei Dunkelheit hielt man sich lieber von ihr fern, denn hier fand dann wildes Treiben statt. Wer wollte schon in die Fänge von Erlkönigs Tochter geraten? Oder mit Wassergeistern, Nebelfeen oder Irrlichtern mutterseelenallein zusammentreffen?


Ich will gern glauben, dass sich an dieser Stelle des Nachts Feen, Moorgeister und Elfen zum Tanz versammeln, die auf menschliche Beobachter gut verzichten können.

Wenn man im frühen Mittelalter "über jemanden einen Stab brach" - dann handelte es sich um Erlenstäbe, In verschiedene Richtungen geworfen, bedeuteten sie, dass derjenige verstoßen wurde.  


Rot läuft das Holz einer gefällten Erle an, sie blutet .. blutrot - so rot wie das Kleid der Erlkönigin.

Über die Erlenmythologie ließe sich noch vieles berichten, doch auch die guten Seiten der Erle wurden genutzt. Ihr Holz ist sehr haltbar und unempfindlich gegen das Verrotten und somit gut zu verwenden beim Bauen in Wasserbereich. Steht nicht Venedig auf Erlenpfählen?
Heutzutage wird das Erlenholz gern beim Bau von Möbeln benutzt - wir selber essen seit 25 Jahren an unserer Tischplatte aus Erlenholz.


Der Standort meiner Baumfreundin ist wirklich sehr typisch für eine Erle: in einer Moorlandschaft (bestimmt sehr gruselig im Dunkeln), an einem Wasserlauf mit einem alten Wehr (das sich auch im Schwarz-weiß-Modus sehr gut macht).


Dieses Gelände gehört zum Naturschutzgebiet rund um den Mindelsee, der nur 3 km vom Bodensee entfernt liegt. Der Mindelsee war ursprünglich viel größer als heute, doch seit dem Mittelalter wurde mehrfach der Seespiegel gesenkt, um den Torfabbau zu ermöglichen und Land zu gewinnen.

  
Für Wanderer, die unter meiner Erle verweilen wollen, steht eine Bank bereit, die momentan allerdings wenig einladend von Brennesseln umrahmt ist.
Ich selber streife lieber ein bisschen am Ufer entlang...


Zu welcher Jahreszeit auch immer, die alte Erle ist stets eine Augenweide.
Vielleicht sollte ich nicht doch mal des nachts... Bislang habe ich in der Dämmerung hier nur Fasane und Hasen beobachtet.


Die Erle stelle ich in die Reihe von Ghislanas Baumfreunden, die sie am letzten Sonntag jedes Monats sammelt..

Mittwoch, 25. Mai 2016

So wie es war....


Heute wäre dein 13. Geburtstag, doch seit fast sieben Monaten bist Du nicht mehr bei uns.
Der Kummer, dich verloren zu haben, wird nicht kleiner. Aber die Dankbarkeit, dass Du unser Leben reicher gemacht hast, weiß ihn täglich besser aufzuwiegen.
An so vielen Ecken hängen Erinnerungen an Dich.
"Hier hat sie jeden Herbst Falläpfel vertilgt..."
"Auf dieser Wiese hat sie damals mein Handy wiedergefunden..."
"Weißt Du noch, wie Ashley sich hier in Silage gewälzt hat und so gestunken hat, dass wir sie mit offenem Autofenster zum See fahren mussten und sie dort neun mal den Ball aus dem Wasser apportieren musste, bis einigermaßen sauber war?"
und so weiter und so weiter...

Wenn ich dieses Lied höre, sehe ich dich immernoch über die Wiesen rennen...
"so wie es war, so wie es war..."