Montag, 29. August 2016

Tierisches

Doch, ich habe Euch noch etwas aus dem abgelegenen Berghaus mitgebracht. Menschen trifft man dort im Sommer tatsächlich eher als sonst (so einen oder zwei am Tag, im Durchschnitt), aber auch die tierischen Begegnungen waren interessant.
Die Wildschweine haben freundlicherweise davon abgesehen, den Garten nochmals heimzusuchen, die Zaunreparatur war wohl erfolgreich. 

Dafür habe ich zwischen den Steinen der alten Mauern zum ersten Mal eine Kreuzotter gesehen. Nein, ich bin wahrlich kein großer Schlangenfan, aber diese hier war schläfrig, ließ sich kurz ablichten und verschwand danach gleich in die dunklen Tiefen der Steinmauer.  


Der Mistkäfer war kamerascheu, klar, bei so einem Namen...


Im Sommer schien eine andere Hummelart für die Blumen des Gartens zuständig zu sein.


Ha, erwischt. Okay, ich will nicht indiskret sein. Nur ein kleines Foto bitte... ich muss es ja ausnutzen, dass die beiden Flatterhaften jetzt endlich mal unbeweglich abhingen...


An den sonnigen Ecken tummelten sich immer wieder Eidechsen, diese läuft gerade die Hauswand hoch, nachdem sie sich auf der Eingangstreppe gesonnt hatte.


Sieht der Lockenhund immer so aus? So mit weißer Rutenspitze? Steht das so im Rassestandard?
Nee, der Lockenhund hat so fröhlich mit der kräftigen Rute gewedelt, dass er sich die Schwanzspitze an einem scharfen Stein blutig geschlagen hat. Die Wirkung kann man nachvollziehen, wenn man einen Pinsel in einen Topf roter Farbe tunkt und wild damit herumfuchtelt... Verheerend für Wände, Kleidung, Möbel etc...  


Arnica-Globuli hatten wir dabei, aber gegen das erneute Aufbrechen der Wunde bei wiederholter freudiger Wedelaktivität war schon etwas Schützendes von Nöten, was im Lockenfell hielt. Schwierig, wenn man sich gerade am Ende der Welt, in the middle of nowhere aufhält.
Mit Mull und Malerkrepp haben wir einen neuen Trend geschaffen. Was? Euer Hund trägt noch keinen Rutenspitzenhut?
Mittlerweile sind wir ja daheim, die Rute ist abgeheilt und gewedelt wird unbeklebt und heftig.

Sonntag, 28. August 2016

Sonntagssplitter # 32 und Baumfreunde

"Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie
gefühlsmäßig wirksamer sein kann,
als ein technisch fehlerloses Bild, 
wird auf jene schockierend wirken, 
die naiv genug sind zu glauben,
dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht."

Andreas Bernhard Lyonel Feininger



Fast schon ein vergessener Ort. "Off the map"...


Licht und Dunkel der alten Gassen


Heimliches Schweizer Nudistenparadies am Rande der Autobahn? 


Ferien-Glück kann so einfach sein: ein Schmusetiger und ein Kauholz. Fertig.


So nah - und doch so fern
Ob man sich hier früher von einer Talseite zur anderen zugewinkt hat?



Immernoch zu haben: fensterlose Hütte mitten im Wald, direkt am Abgrund...



Am letzten Sonntag im Monat sammelt Ghislana wieder ihre bzw. unsere Baumfreunde.
Heute stelle ich die beiden Feigenbäume aus dem Garten des Berghauses in ihren (mittlerweile im Laufe der Zeit gewachsenen) Baumfreunde-Wald. 


Der Feigenbaum, der eigentlich aus Südwestasien stammt, ist einer der ältesten Nutzpflanzen, die vom Menschen domestiziert wurden. Im Mittelmeerraum ist er lange beheimatet und ziert hier
zweifach den Berghausgarten.
Ich habe ein bisschen Mühe, sie zu fotografieren, denn schon in geringer Höhe verzweigt sich der Feigenbaum mannigfach und ist eher breit als hoch.
Also versuche ich es einfach mal von oben...hier der kleine, eher Strauchartige.


Wie groß seine Blätter sind und wie unterschiedlich an einer einzigen Pflanze. Drei- und Fünflappige gelten als häufig, aber unser Baum hat auch viele ungeteilte Blätter, meist wohl die jüngeren.
Die drei Feigen  auf der "Blatthand" sind unreif gefallen. Die reifen Früchte dieses Baumes bleiben grünlich.


Der große Feigenbaum lehnt sich an einer großen Hanfpalme an und leider auch am Stromkabel, so dass er dieses Mal leider um eines reich tragenden Astes beraubt werden musste.


Die Perspektive macht mir Mühe, weil ich mich am steilen Hang befinde, und um die große Feige gut fotografieren zu können, auf das Steindach des unteren Nachbarhauses klettern müsste. Das unterlasse ich lieber wegen Höhenangst. Außerdem möchte ich dabei auch keine Steinziegel verschieben, das könnte Ärger geben...


So, geschafft. Der kleinere, strauchartige Feigenbaum. Unter ihm befindet sich die letzte Ruhestätte unserer alten Hunde (Urnen). Das wäre ihnen bestimmt recht gewesen, denn sie liebten die leckeren Feigen über alles.


Samstag, 27. August 2016

Berghimmel

"Es ist eine urmenschliche Erfahrung,
dass man sich auf dem Berg droben
dem Himmel näher fühlt."

Anselm Grün


Berghimmel finde ich immer spannend, selbst wenn ich meinen Standort nur um wenige Meter wechsele. Der Wechsel der Tageszeiten und des Wetters zaubern immer neue Eindrücke.
Das zarte Morgenrot, das sich hinter den Wipfel langsam erhebt, belohnt für frühes Aufstehen.


Wilde Fenchelsterne konkurrieren tagsüber mit den Wölkchen, die ganz unschuldig dreinschauen. Aber wie schnell kann sich hier in den Bergen das Wetter ändern. Plötzlich zieht sich alles zu und es pladdert heftigst heruntern. Ich glaube, hier hat es sogar gehagelt.


Ist das Regenschauspiel vorbei, ziehen unten die Wolkenfetzen vorüber.



Oder Regen und Sonnenschein werfen sich den Ball zu und ein Regenbogen bildet das Netz zwischen den widerstreitenden Parteien.


Gegen Abend schaue ich gelegentlich etwas neidisch auf jene, die sich noch nicht dem Schatten höherer Gipfel unterwerfen mussten.


Dieses Mal lockte nachts der Vollmond noch heraus und schien dann noch beim Schlafengehen freundlich durchs Fenster. Vorhänge? Wer braucht hier Vorhänge? Sind es doch höchstens die Gestirne, die hier hereinspickeln können.
Oder vielleicht die Siebenschläfer, aber das ist wieder eine andere Geschichte...



Irgendwie hatte meine Kamera das Gefühl, der Mond würde strahlen. Ganz so unrecht hatte sie auch nicht.

verlinkt bei Katjas samstäglicher Himmelssammlung.

Donnerstag, 25. August 2016

Blickwinkel Vermont No. 8 - Sommer ist ein Wettrennen

Tochterpost aus Vermont!

Ich wurde von meiner lieben Mutter darum gebeten (schon vor über einem Monat...), einen Eintrag über den Vermonter Sommer zu machen.
Na, dann fange ich mal an.
Also zuerst einmal ist der Sommer hier eine Zeit, in der man viel zu tun hat, vielleicht mehr als anderswo, denn man bereitet sich auf den Winter vor. Den ganzen Sommer lang. Dabei versucht man auch, den kurzen aber warmen und wunderschönen Sommer in vollen Zügen zu genießen.



Man pflanzt, erntet, sammelt, trocknet, legt und friert ein, geht Beeren und später Äpfel pflücken. Die Kinder immer im Schlepptau.




Die Kinder sitzen währenddessen im Garten und beobachten Kolibris, Monarchfalter, Schlangen und finden Raupen und deren Chrysalis, aber auch Dinge, die meine Große in ihrer Blumenpresse pressen kann. Während ich als Kind die Presse dazu verwendet habe, um bunte Blumen in ihr zu pressen, presst meine Große Schlangenhäute, Libellenlarven-Häute, tote Schmetterlinge und Motten und abgelegte Raupenhäute und Chrysalis (wenn eine Raupe sich verpuppt, legt sie die Raupenhaut ab). So verschieden sind die Interessen :-)



Weil meine Kinder momentan noch kein Haustier haben können, da wir noch mieten, begnügen sie sich mit Insekten in gelochten Behältern auf der Terrasse: spittlebugs (heißen die wirklich "Schaumzikaden" auf Deutsch? so ein komischer Name!), diverse Raupen, denen man bei der Metamorphose zuschauen kann...
Momentan haben wir eine Chrysalis in dem Behälter. Ich hatte eine Raupe im Fenchel gefunden, schon sehr dick, und ich meinte, sie als eine Raupe des Schwarzen Schwalbenschwanzes erkannt zu haben (solche hatten die Kinder vergangenes Jahr). Wir brachten sie heim. Einen Tag später hatte sich die Raupe verpuppt und einen weiteren Tag später war mein Irrtum nicht mehr zu übersehen: Es handelte sich unverkennbar um die Chrysalis des Monarch-Schmetterlings!  (vergangenes Jahr hatten die Kinder auch so eine und dieses Jahr gab es viele Monarchfalter, eine solche Puppe hängt dieses Jahr auch in unseren Möhren, siehe Foto unten)



Auch mit Reiten kann man sich hier gut beschäftigen, mit Schwimmen, auf Bauernmärkten und mit vielem anderen was die Kinder anderswo im Sommer auch machen.



Meine Große musste aber in den Ferien, die sich vom 6. Juni bis zum 31. August erstrecken, von mir lernen, Deutsch zu lesen und zu schreiben. Gut, dass dazu genug Zeit war...



Ich mache mich jetzt wieder daran Gurken einzulegen. Der Kohl wartet schon im Garten um zu Curtido verarbeitet zu werden (in unserer Familie beliebter als Sauerkraut).



Einen wunderbaren Restsommer wünscht euch
Liv