Donnerstag, 23. Februar 2017

Monatscollage Februar 2017

"Keiner hat das Recht zu gehorchen!"

Hannah Arendt



* Verzückung, wenn sich blauer Himmel zeigte
* Bücher verschlungen
* Quilt genäht
* Gedanken und Sorgen gewälzt
* Kreise enger ziehen müssen
* Endlich Frühlingsboten gefunden


Mittwoch, 22. Februar 2017

Neil Smith: Das Leben nach Boo {Bücherwelt}

Das Jenseits hat viele Farben...


Bunt wie ein Regenbogen kommt die deutsche Ausgabe von Neil Smith's Romandebüt in die Buchhandlungen, denn der Verlag legt das Buch des Kanadiers gleich mit elf verschiedenen, leuchtenden Covern auf.
Es waren nicht die Farben, sondern die ungewöhnliche Story, die mich gelockt hat, "Das Leben nach Boo" als die Neuerscheinung des Monats Feburar hier vorstellen. Die Protagonisten des Romans sind nämlich alle schon tot und der Handlungsort befindet sich im Jenseits.

Als der 13jährige Ich-Erzähler Oliver "Boo"  Dalrymple in der jenseitigen Welt erwacht, ist er davon überzeugt, dass er an den Folgen seiner Herzkrankheit verstorben wäre. Der Tod hat ihn beim Aufzählen der Elemente des periodischen Systems vor seinem Spind in einer amerikanischen Vorstadtschule ereilt.
Für Boo - mit diesem Spitznamen wurde er wegen seiner weißblonden Haare und seiner bleichen Gesichtsfarbe bedacht - war das irdische Leben kein Zuckerschlecken. Als introvertierter, hochbegabter Wissenschaftsnerd mit autistischen Zügen bot er seinen Mitschülern eine beliebte Zielscheibe für Mobbing und Schikanen der übelsten Sorte.

Es stellt sich heraus, dass er sein Nachleben nun gemeinsam mit anderen verstorbenen amerikanischen 13jährigen in einer Art Stadt verbringen wird. 50 Jahre lang bleiben sie dort physisch dreizehn Jahre alt, unter sich, ohne Erwachsene, bis sie in ein anderes, unbekanntes Dasein verschwinden. Es ist ihr Gott "Zig" - wie der Name schon ahnen lässt ein wohl eher freakiger Typ - der ihre Todeserfahrungen vorsichtig entschärft hat, die charakterlichen Extreme abmildert und Selbstvertrauen schenkt, mit Lieferungen an gesundem, vegetarischem Essen versorgt und gelegentlich mit kuriosen Fundstücken überrascht.

Statt Höllenfeuer, Wattewölkchen oder andere religiös überlieferte Himmelsversionen gibt es eine Art Jugendlager ohne Süßigkeiten oder Komfort mit der Vermutung, dass es Parallelnachwelten gibt. Irgendwo müssen ja auch andere Nationalitäten und Alterstufen ihr Nachleben verbringen. Außerdem war doch irgendwann mal ein chinesischer Drachen über die unüberwindliche Mauer, die die Stadt umgibt, geflogen.
Wie sieht eine Stadt aus, die Für-immer-13-Jährige organisieren? Es hat so seine ganz eigenen Fegefeuer...

Die erste Offenbarung für Boo-Oliver ist es, dass er nun lediglich begabt, aber mit sozialer Wahrnehmung bedacht ist und Freunde findet.  Dann aber "erwacht" sein Schulkamerad Johnny Henzel dort, der ihrer beider Tod in anderem Licht erscheinen lässt. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch diese Nachwelt, um ihren vermeintlichen Mörder zu finden.

Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt, die jeweils mit einem Element aus dem Periodensystem betitelt sind und wie eine Art wissenschaftlicher Countdown runtergezählt werden. Boo wendet sich in seiner  Niederschrift imaginär an seine Eltern, um ihnen sein Nachleben zu erklären.

Neil Smith siedelt Boo's Tod zwar in den 70iger Jahren an, ist aber absolut aktuell. Denn er geht mutig und offen die realen Probleme der jungen Schüler an, wie  Mobbing, emotionale und geistige Gesundheit, (bewaffnete) Aggression. Er schickt seine Protagonisten auf eine abenteuerliche Reise, die in die Tiefen von Gut und Böse, Leben und Tod, Kummer und Verlust, Rache und Vergebung führt.

Einem 13jährigen würde ich das Buch nicht gerne in die Hand geben. Alle anderen Leser ab dem jugendlichen Erwachsenenalter und älter sei es aber sehr empfohlen.
Für mich war es ein "Pageturner", der trotz aller schweren Themen mit Witz und Ideenreichtum fesselte. 

Samstag, 18. Februar 2017

Der Frühling kommt. Bestimmt. Irgendwann.



Ja, ja, ich habe es in allen Blogs gelesen, es war eine leicht frühlingshafte Woche. Überall. Fast überall.

Nein, über den einen, einzigen Regentag der Woche meckere ich nicht. Die Grundwasserstände sind tief, wir brauchen Regen. Über einen Tag trägt das Mantra problemlos, außerdem sieht hinterher alles wie frisch gewaschen aus (bis auf meine eingematschten Schuhe).


Dass hier am letzten Zipfel der Republik nur noch dürftige blaue Restbestände geliefert wurden, die nur noch für spärlich eingeteilte stundenweise Gaben reichten, war ja klar.

Kennt Ihr das auch? Gehe ich bei grauem Wetter dieselbe Runde mit dem Hund, fällt mir sofort auf, dass hier überall wie wild Holz geschlagen wird, als gäbe es kein Morgen mehr. Ja, hinter der oberen Baumgruppe befand sich vor einer Woche noch ein Wäldchen (*aufheul*). Meine Stimmung sackt sofort in den Keller.
Ein paar Tage später erwische ich die Sonnenstunde des Tages und mir ist, als würde ich auf derselben Runde den Frühling treffen. Natürlich inspiziere ich gleich die Obstbäume und freue mich schon auf die Obstbaumblüte. Ha, ich vergesse vollkommen, dass ich gerade gesundheitlich etwas angeschlagen bin (*hüpf*).


Gehüpft vor Freude bin ich Mitte der Woche auch vor dem PC.
Am Mittwoch habe ich so sehr über die spannenden, kreativen Ideen gestaunt, die den Teilnehmerinnen bei meiner Eye-Poetry #01 gekommen sind. Wow! Das müsst Ihr Euch anschauen.
Nach dem winterlichen Thema war jetzt ein frühlingshafter Rilke fällig. Da habt Ihr bis zum 15. März Zeit Euch etwas einfallen zu lassen. Kein Problem, denn für den Frühling wird doch so manches hergestellt, für das man sich hiervon inspirieren lassen könnte, denn der Rahmen ist ja sehr offen.


Mittlerweile habe ich mein Quilt-Sandwich fertig zusammen geheftet, so dass ich an diesem Wochenende damit beginnen kann zu quilten. Während ich am "Schneequilt" arbeite, dabei an das Tochterherz im dick verschneiten Vermont denke (1 m Schnee...), steht aber wenigstens ein frisch gekaufter frühlingshafter Strauß auf dem Tisch. Den brauche ich jetzt dringend - Ranukeln und Anemonen. Ohne Blumen geht gerade gar nichts...

Außerdem werde ich am Wochenende noch eine Rezension über das gerade fertig gelesene Buch schreiben und dazu gemütlich eine Tasse Tee trinken. Mal sehen, ob wieder wärmender Ingwertee fällig ist... Warum diese Tasse? Weil sie perfekt zu dem Buch und seinem Hauptcharakter Boo, dem Wissenschaftsfreak passt.
Es wird auf jeden Fall eine Leseempfehlung geben.


Ein schönes Wochenende!

verlinkt bei Andreas "Samstagsplausch" und
Katjas "In heaven"

Donnerstag, 16. Februar 2017

Eye - Poetry # 02 - Die kreative Herausforderung für Februar/ März


Von Euren wunderbaren kreativen Umsetzungen der ersten Runde meiner Eye-Poetry-Challenge bin ich so begeistert!! Was für geniale Ideen!
Verlinken könnt Ihr dort noch bis zum 14. März.
Wie ich es vorsichtig gehofft hatte, habt Ihr Euch von Carrolls Zeilen so vielfältig inspirieren lassen.

Heute startet nun eine neue Runde der "Lyrik fürs Auge".
Bis zur Verlinkungsmöglichkeit am 15. März  habe ich ein bisschen auf Frühlingssehnsucht gesetzt.





Will Dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten - 
dürfen ihn einmal sehn.

Rainer Maria Rilke


Ich bin sehr gespannt, wie Ihr Euch auf den Weg Richtung Frühling macht. Selber muss ich auch noch ein bisschen nachsinnen, denn auch ich lasse mich erst ab dem heutigen Tag auf dieses Gedicht ein...  

Noch einmal  kurz erläutert:

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" -  Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 16. eines Monats stelle ich ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vor.
Wir haben einen Monat Zeit,  einen ganz persönlichen kreativen Weg zu finden, den Text für das Auge umzusetzen, zu interpretieren und in eine neue, eigene Form zu gießen.
Die Form ist frei. Möglich sind z.B.

- Foto
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...

Es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 15. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrunde liegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder Werbung tragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

Gern dürft Ihr diesen Button mit auf Euren Blog nehmen:

Eye Poetry by Holunder-Blog
  Viel Spaß!