Freitag, 31. Juli 2015

Einkorn, Zweikorn...






Eine Granne pro Ährchen, ein Korn pro Ähre, Korn fest mit der Spelze verwachsen - Einkorn.
Zwei Grannen pro Ährchen, Ährchen zweizeilig angeordnet, immer zwei Körner gegenüber stehend - Zweikorn, Emmer.
Stimmt's?
Die Renaissance uralter Getreide auf den Feldern des Nachbarortes erleben. Was für eine Freude.
Heute stehen keine Blumen in meiner Blogvase, sondern zwei Ähren.

Donnerstag, 30. Juli 2015

12tel Blick im Juli

Ein ganzes Jahr jeden Monat einmal dieselben Fotostandorte aufsuchen und einen Fotoblick erhaschen, das ist das Prinzip, das hinter dem 12tel-Blick-Projekt steht.

Alles easy, alles relaxed am frühen Morgen hier am Ufer. Noch haben zum Fototermin die hiesigen Sommerferien nicht begonnen.


Auf dem Nachbarsteg tummeln sich zwei junge Damen und fangen die frühmorgendlichen Sonnenstrahlen ein. "Mein" Steg bleibt leider leer, denn er ist als Privateigentum kenntlich gemacht.

Das grüne Tretboot wird gerade einer gründlichen Säuberung unterzogen.


Wer genauer hinschaut (hier in größerem Format) wird sehen, dass der Seewasserspiegel in den heißen Julitagen mächtig zurückgegangen ist.


Zum Fotostandort am Vogelhaus kann ich jetzt wieder ungehindert gelangen, denn endlich wurde gemäht. Ich muss schon ein bisschen um den Baum herumspringen, bis ich eine Stelle finde, an der kein Ast ins Blickfeld hängt. (Hier alle Monate auf einen Blick).


Ja, wenn Andrea so lustig um den Baum tanzt, dann darf man sich als Hund ja auch ruhig gehen lassen... Yippie... Das macht Spaß im frisch gemähten Gras...


Tabea sammelt am 30. wieder alle 12tel-Blick-Fotos dieses Monats. Vielen Dank!




Mittwoch, 29. Juli 2015

Offen und Geschlossen


Von Offen zu Geschlossen:  Der Wandel der offenen Blütendolde der Wilden Möhre zur geschlossenen Vogelnestform der Fruchtdolde fasziniert mich immer wieder.
Heute fand ich ein Gedicht wieder, das ich als 20 jährige Studentin niedergeschrieben habe. Ich lege gerne Kinderbilder und kleine Texte als Lesezeichen in Bücher. Welch ein unverhofftes Wiedersehen oft nach vielen vielen Jahren (fast als würde sich das Schatzkästchen der Wilden Möhre plötzlich öffnen).

Geschlossen gegen Offen
Eine verschlossene Tür
ist
leichter aufzustemmen
als
offener Hass
offene Wunden
heilen
viel schneller
als
geschlossene Fäuste doch
all dies erklärt mir nicht den
Zusammenhang zwischen
Offenheit und Geschlossenheit.


Dienstag, 28. Juli 2015

Das Brot wachsen sehen




Auf den Feldern, in meiner Küche... gutes Brot braucht Zeit.
20 Stunden in diesem Fall.
Ich wiege ab, lasse die Küchenmaschine kneten, forme, schiebe in den Ofen und schnuppere den köstlichen Backduft.
"Abendbrot" nach Lutz Geißler (bei mir frisch aus dem Gärkorb geschlüpft und mit Walnüssen)

Sonntag, 26. Juli 2015

Wochenperlen XXX....

"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte,
 wo kämen wir hin und keiner ginge,
 um zu sehen,
 wohin wir kämen, wenn wir gingen."

Kurt Marti  


Gefangen: Schmetterlinge, aber nur mit der Kamera

Gewünscht: einen Hortensiengarten

Gesehen: die vielen Strohtransporte in die Schweiz, ein echter hiesiger Exportschlager

Gerochen: an den sich zart verfärbenden Früchten und am frisch gemähten Gras, Sommerdüfte

Gegruselt: was passiert in einem Wald, wo ein Bereich "Fleischkammer" benannt ist?

Gefunden: das "Traumhaus", leider ein bisschen klein und wohl nicht zu verkaufen. Aber sehr romantisch. Immerhin.

Gelüftet: lockige Hundeohren mit Hilfe des stürmischen Windes

Gefragt: wo kämen wir denn hin, wenn unsere Landwirtschaft komplett auf ökologischen Landbau umgestellt würde (siehe oben).


Samstag, 25. Juli 2015

WochenSeeHimmel

Der Himmel über dem See fasziniert mich jeden Tag aufs Neue. Das Spiel des Lichtes, die Weite, die Horizonte, die Spiegelungen, die raschen Wetterwechsel (die nicht jedermanns Sache sind) ...

Ein leicht verstrubbelter Julimorgen, der sich gerade aufmacht nach einem kurzen nachlässigen Blick in den Seespiegel die Wolken zur Seite zu schieben und keck...


in gräflicher Leute Fenster zu spickeln.  (Zwischen diesen beiden Bildern liegen 10 Minuten...)


Das blaue Tagesgewand blieb die Woche über meist gleich, nur ab und an mit netten heiteren Wölkchen als schmückende Dekoration betupft.


Nicht täuschen lassen: dieser Himmel verspricht ein sanftes Ausklingen des Tages... auch wenn mich der Anblick von Maisfeldern darunter alles andere als besänftigt. Aber das ist ein anderes Thema.


Hier hingegen baut sich gerade das Gewitter von gestern Abend auf.


Könnte ich für das Wochenende eine Himmelsvariante bestellen, dann hätte ich gern wieder meinen Lieblingsabendhimmel der vergangenen Woche. Bitte mit Mond, ruhig etwas satter. Danke.



Himmlisches verlinke ich wie immer bei Katjas samstäglicher Himmelssammlung "in Heaven".

Sonntag, 19. Juli 2015

Wochenperlen XXIX....

"Der Tag ist lang,
bette ein Korn in seine Furche."

Hugo Kükelhaus




     
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Samstag, 18. Juli 2015

in heaven ... Hitzewoche...

Fast schon eine gewisse Blaumontonie über uns... Falls irgendjemand die Sonne vermisst, sie hat sich hier über dem Bodensee festgekrallt.


Noch haben wir kein Steppenklima, auch wenn das Getreide farblich zum Himmel ein bisschen Steppeneindruck schinden will.


Schweißgebadet (und hoffentlich geduscht) findet man sich dann am Abend wieder zu den grandiosen Abendhimmelfarbspektakeln ein. In Gold, in Kupfer...



Die gute alte Venus gesellt sich mit in die Abendrunde. (Neben einer zunehmenden Zahl an blutrünstigen Schnaken, die gar nicht eingeladen worden sind...)


Das Gold schiebe ich jetzt hinüber zu Katjas Himmelssammlung... 


Donnerstag, 16. Juli 2015

Nur keine Hektik...


Nur dass Ihr Euch nicht wundert, dass es ein bisschen stiller ist:

Wir lassen jetzt bei der beständigen Hitze hier im südwestlichen Landeszipfel einfach alles mal langsamer angehen. Ab und an schlagen wir mit den Flügel oder picken uns was Feines heraus und lassen Euch dran teilhaben.



Sonntag, 12. Juli 2015

12 von 12 im Juli


12 Impressionen eines richtigen Sommersonntags. Doch die Pflichten sind noch nicht erledigt, die Hundeseniorinnen möchten gerne noch eine Runde im lauen Abend drehen. Und drängeln und nörgeln schon fürchterlich....
Aber dann darf ich auf der Terrasse noch ein bisschen lesen.

12 von 12 ist eine Aktion von Caro

Wochenperlen XXVIII....

"Ob in einem Land Unkraut wächst,
hängt von der Sprache seiner Bewohner ab."

Leo Weisgerber


Zitrusfrüchte - sind leider nicht bei uns heimisch, fühlen sich gerade aber im Park als Kübelpflanze recht wohl bei den derzeitigen Wetterverhältnissen. Am besten haben mir die Pomeranzen gefallen.

Grashüpfern ist sprachliche Differenzierung vollkommen egal, wuseln derzeit überall herum.

Inkarnatklee sah ich diese Woche zum ersten Mal, erhielt seinen Namen aber nicht aus esoterischen Gründen (Inkarnation), sondern wegen seiner Farbe (Inkarnat = Fleischfarbe). Schade....

Auf den Feldern wird wieder die moderne Landwirtschaft als Begriffsbilder aktiv: Vermaisung allerorten...
Wie schön, dass hier auch noch hochwachsende Getreidesorten angebaut werden.

Habe ich Unkräuter gepflückt?  (Erinnert mich daran, dass ich an der Uni eine Hausarbeit über das Präfix "un-" geschrieben habe. Sehr prägend...) Nein, Blumen und Kräuter!

Feuersbrunst - von weitem sichtbar, ein Großfeuer in Konstanz      

Samstag, 11. Juli 2015

In heaven ***







Der Schritt vom heiteren Julihimmel zur  Gewitterstimmung ist nicht groß.


Hebt mir von des Himmels Ecken
Nur die trüben Wolkendecken,
Lasst mich nur ins Klare sehn,
Sterne drehn,
Monde gehn,
Und die Sonn' im Glanze stehn.
Denn im Sonn- und Mondenglanze
Und im stillen Sternenkranze
Lächelt mir ein Angesicht;
Hör' ich nicht,
Wie es spricht:
Wir sind ewig Licht im Licht?


Friedrich Rückert


In heaven*** für N.


Verlinkt bei Katja.

Freitag, 10. Juli 2015

Im Juli mag ich...

* Blumenpflücken...

Wenn ich im Sommer in der Natur unterwegs bin, komme ich selten ohne ein paar Blumen heim. (Mein heutiger Julistrauß: blaue und pinke Kornblumen, Glockenblumen, irgendeine Erbsenverwandte in weiß, Inkarnatklee, Giersch...)

Für Zwergenblümchen findet sich auch noch eine Zwergenvase. (Die beiden schicke ich heute mal zum Friday Flowerday).


*Abendsonne
*Geruch von Heu
Was sich wunderbar auf der letzten Hunderunde verbinden lässt.


*Sonnenblumen
*Grashüpfer
Allerdings treffe ich sie selten in dieser Kombination wie diese Woche an.


*Schönes Licht
*Farbenpracht auf den Wiesen
*Fotografieren


Nicht alle finden das Fotografieren von Wegwarten besonders spannend...


*Schmetterlinge
Tagpfauenaugen, die mich auf der Terrasse besuchen, sind sehr willkommen.


*Lavendelduft


*Abendhimmel


*Seehunde


*Im Gras sitzen
(andere wälzen sich derweil lieber...)


Solche Hitzetage wie in dieser Woche gehören allerdings nicht zu den Dingen, die ich besonders im Juli schätze. Meine Wunschtemperaturen sind da bescheidener...

Und was sind Eure Juli-Favoriten?

Dienstag, 7. Juli 2015

Hallo, wer bloggt denn da? Katja von "Die Raumfee"

Was für eine Freude, wenn Katja wieder einen neuen Beitrag auf ihrem Blog „Raumfee“ veröffentlicht hat. Was ich daran schätze? Ihre unkonventionelle Sichtweise,  den ganz eigenen Stil und den Mut, auch mal Stellung zu beziehen. Mit klaren wohltuenden Worten, die einem zum Nachdenken bringen.
Alle Sinne scheinen bei Ihr offen und auf Empfang, wenn sie uns durch die Natur und spezielle Orte in ihrer Heimat führt und dies in Wort und Bild einfließen lässt.
Das ergibt immer wieder spannende, interessante und höchst inspirierende Themen.
An ihren kreativen Ideen mag ich besonders, dass sie die Schönheit und Klarheit der reduzierten Form herausstellt. (Ganz vernarrt bin ich immer noch in ihren heringslastigen Flur).

Dann übergebe ich jetzt mal das Wort an Katja. Und - lieben Dank, Katja, dass Du Dir die Zeit genommen hast und heute hier bist! 



1 Erzählst Du uns ein bisschen von Dir? Was machst Du so, wenn Du nicht bloggst?

Alles. Was heißt, dass es neben meinem Hauptbroterwerb als Innenarchitektin kaum etwas gibt, für das ich nicht zuständig bin in unserem Kleinfamilien-Haushalt und was ich nicht auch mache oder mich zumindest daran versuchen muss. Als Mutter eines Elfjährigen, den ich alleine großziehe, bin ich natürlich fürs Mamasein, Kindererziehung, Mutterliebe, Kleidungsbeschaffung, Chauffeurdienste, Hausaufgabenbetreuung und anderen Schulkram zuständig, dann natürlich für den Haushalt mit Ordnung halten, Putzen, Waschen, Einkaufen, Kochen, für alles Handwerkliche wie Reparatur- und Renovierungsarbeiten, verstopfte Abflüsse, Versorgung der Haustiere, das Auswechseln von Glühbirnen und kleinere Autoreparaturen, Tanken, Wohnung einrichten, Mietangelegenheiten, Steuererklärung, Versicherungen und sonstige Bürokratie, Geschenkebeschaffung, Pflege von familiären Kontakten und die Wochenendgestaltung. Alles eben. Reißen tue ich mich nicht um alles, aber es muss ja gemacht werden und Delegieren-Können ist nicht immer eine Frage des Wollens, sondern auch des Geldbeutels.

Wenn ich trotz allem mal ein kleines bisschen Freizeit habe, dann mache ich gerne Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung, lese Romane über spannende Menschen oder Bücher über Themen, die mich gerade interessieren und im allergünstigsten und absolut seltensten Fall tue ich... gar nichts. Weil das so gut wie nie möglich ist, da die Liste der noch zu erledigenden Dinge immer so unendlich lang ist, genieße ich das besonders.



2 Wie hast Du zum Bloggen gefunden und worüber bloggst Du am liebsten? Spontan oder geplant?

Ursprünglich sollte der Blog ein berufliches Werbeinstrument werden. Schnell wurde mir aber klar, dass ich zu diesem Zweck ganz anders und viel kommerzieller bloggen müsste, als ich das gerne tue – und das ist mit „Müssen“ verbunden. Nach einem langen Arbeitstag voller „Müssen“  habe ich aber keinerlei Motivation zu noch mehr Pflicht, sondern möchte mich als Ausgleich dazu auch mit Dingen beschäftigen die schön sind, die mich glücklich machen, berühren, aufregen, beruhigen und die mir einfach guttun und meinen Kopf beruhigen. Das sind unsere Wochenendausflüge und Reisen, die Natur in jeder Form, der Himmel mit seinem wechselnden Schauspiel, gutes Essen, natürliches Wohnen und kreatives Schaffen.

Meine Blogposts entstehen – abgesehen von der samstäglichen Himmelssammlung – meistens spontan. Ich muss schon im Leben 1.0 genug planen, da soll der Blog ein Stückchen Freiheit bleiben. Nur für die Zeit eines Urlaubs, da plane ich meistens dann doch etwas vor, denn Urlaub heißt für mich bewusst entschleunigte, analoge Zeit.



3 Du lebst in Fürth und schreibst sehr gerne über Ausflüge in die Umgebung. Wie würdest Du den Begriff Heimat verorten, was bedeutet sie Dir? Könntest Du Dir vorstellen, woanders zu leben?

„Heimat“ hat auf meinem Blog nicht ohne Grund eine eigene Rubrik und das zeigt schon, dass mir dieser Begriff etwas bedeutet. Und doch ist „Heimat“ für mich inhaltlich sehr weit gefasst. Das bedeutet, es betrifft nicht einen bestimmten Radius rund um meinen Wohnort, sondern es ist für mich an eine bestimmte Form von Landschaft und an ein inneres Gefühl geknüpft, das sich für mich einstellen muss, um mich irgendwo heimatlich zu fühlen.

Landschaftlich ist das Heimatgefühl für mich verortet mit üppiger natürlicher Vegetation, Wäldern, einer hügeligen bis bergigen Landschaft, kleineren Ortschaften, keiner großen Hitze und viel Wasser in Form von Meer, Seen oder Flüssen und Bächen. Solche Landschaften gibt es deutschlandweit viele und nicht nur da – deshalb enthält meine Heimatrubrik auch Landstriche in der Schweiz, am Bodensee oder im Allgäu und selbst im südlichen Europa und in der Karibik gibt es einige Gegenden, in denen ich mich sehr heimatlich wohl gefühlt habe und mir vorstellen könnte zu leben. Und das ist der zweite sehr wichtige Punkt am Thema „Heimat“, der entscheidet, ob ich mich an einem Ort heimatlich fühle oder nicht: die weichen Faktoren. Wie ist das Lebensgefühl einer Region, wie leben die Menschen dort, wie gehen sie miteinander um und auf einen zu? Entspannt, hektisch, freundlich, misstrauisch, offen, verschlossen, direkt, hintenrum, herzlich, verbindlich? Ich fühle mich heimisch in Regionen, in denen die Menschen entspannt sind und offen, direkt und freundlich auf einen zugehen. Das führt dazu, dass ich mich schon in mancher Region heimisch gefühlt habe, die geografisch weiter von meiner Heimat entfernt liegt.


Schließlich bedeutet Heimat für mich aber auch einen Ort, an dem man sich sicher und aufgehoben fühlt und von dem man nicht einfach so vertrieben werden kann – wie wichtig gerade das ist, wird mir gerade mit dem Vorschlaghammer beigebracht.



4 Wo findest Du Inspirationen für Deinen Blog und Dein kreatives Schaffen?


Da ich auf meinem Blog die Dinge zeige, die ich sowieso tue, die mich umgeben und die mir im Alltag oder am Wochenende begegnen, muss ich nicht wirklich nach Inspirationen suchen. Ich zeige dort einfach das, was mich berührt und mir gefällt.
Der Stil
alldessen was aus meinen Händen entsteht ist ebenso wie unser Zuhause geprägt durch die Welt um mich herum, durch die Natur und ihre Farbklänge und Formenkanons. Was Augen, Ohren und Händen im „Draußen“ gut tut, versuche ich in übertragener Form auch im Inneren umzusetzen – weil ich mich nur noch mit Dingen umgeben möchte, die ich mag.



5 Mit viel Freude führst Du uns auf deinem Blog in Welt der Geologie ein, Gesteine scheinen Dich zu faszinieren. Wie bist Du auf das Thema gekommen und was bedeutet es Dir?


Schon als Kind war ich von der Schönheit der Steine fasziniert und habe besondere Exemplare in einer kleinen Schatulle gehütet. Im Kleinwalsertal habe ich Jaspis gesammelt und poliert, im Schwarzwald Quarz und Malachit, in der Schweiz Bergkristalle und märchenhaft glitzernden Gneis, im Altmühltal Versteinerungen, auf Rügen Feuersteine oder am Donaustrand wunderschön geäderte Kiesel. Erdgeschichte fasziniert mich schon immer und die vielen unterschiedlichen Gesteinsarten und Mineralien, aus denen unsere Erde besteht, sind einfach unglaublich... und schön anzusehen. Irgendwelche Steine wandern immer in meine Taschen. Ich wäre gerne auch Geologin geworden.




6 Du bist sehr vielseitig interessiert und kommst gerne ins Tun. Gibt es noch etwas, was Du noch nie ausprobiert hast, aber es noch unbedingt erlernen möchtest?

Fliegen. Also nicht mit irgendwelchen Hilfsmitteln, die versagen können, sondern durch Rudern mit den Armen. Ja, ich weiß, dass ist genauso unmöglich, wie Unterwasser atmen zu können, aber das würde ich beides wirklich so gerne können.
Von den theoretisch realisierbaren Dingen würde ich gerne einen großen Garten
anlegen dürfen – wild und natürlich aussehend, mit Schwimmteich, Feuerstelle und Laube.

Tatsächlich fällt mir sonst absolut nichts ein, was ich noch nicht ausprobiert hätte und was mich noch reizen würde zu lernen. Ich bin kein Sensation Seeker und erkenne absolut keinen Reiz darin, mein Leben absichtlich in Gefahr zu bringen, weil ich finde, das Leben ist das höchste Gut, schon lebensgefährlich genug und Aufregung und Herausforderung bietet mein Alltag bereits in ausreichender Menge - weshalb mich Extremsportarten oder alles potentiell Riskante nicht wirklich reizt. Genauso wenig übrigens wie viele technische Spielereien, da fehlt einfach das Interesse.




7 In welchen Momenten schwimmst Du gern gegen den Strom? Was motiviert Dich dabei?

Generell bin ich absolut kein Herdentier und finde mich oft dabei wieder, genau das andere zu wollen als die meisten um mich herum. Nicht absichtlich aus diesem Grund gewählt, sondern weil meine Meinungen, Interessen oder Bedürfnisse oft einfach nicht massenkonform sind. Ich mag keinen hohen Geräuschpegel, Gestank, Gedränge, Rücksichtslosigkeit, Behinderung meines Freiraums und Beeinträchtigung meines Ruhesuchens und deshalb auch keine großen Menschenansammlungen. Sie sind mir zu laut, zu fremd, zu hektisch, suspekt, rücken mir zu sehr auf die Pelle, engen mich ein, machen mich aggressiv. Deshalb schwimme ich schon allein im wörtlichen Sinne meistens gegen den Strom  der Menge. Ich bin am liebsten dort, wo die wenigsten Menschen sind und ihre Spuren hinterlassen haben, maximal mit den wenigen Menschen zusammen, die mir am Herzen liegen. Messen, Großveranstaltungen, Konzerte und Vorträge meide ich deshalb nach Möglichkeit ebenso wie Strände im Sommer und Berge im Winter.

Ob meine Meinung zu einem Thema der Meinung der meisten entspricht ist mir schon lange nicht mehr wichtig. Meinungen bilde ich mir nicht leichtfertig und deshalb fällt es mir dann auch nicht schwer, dazu zu stehen. Das alles aber eben nicht bewusst gewählt, um anders zu sein oder um ein Statement zu setzen, sondern aus Überzeugung, weil es mir und meinem Adrenalinspiegel nicht guttut dieser zuwiderzuhandeln und weil ich inzwischen einfach zu alt bin, um nach Massenkompatibilität zu lechzen.
Meine Mutter meinte früher allerdings schon immer, ich wäre ein Contra. Womöglich hatte sie auch Recht.



8 Welche Themen würden Dich für Deinen Blog noch reizen? Wie wichtig sind Dir dabei gesellschaftspolitische Anlässe?

Das kann ich vorausschauend gar nicht sagen. Mein Interesse ist sehr spontan und worauf es fällt, darüber berichte ich dann auch. Ob nun Vulkanismus in Deutschland, eine bestimmte Landschaft, Gedankenfasten oder altes Brauchtum – was mich interessiert, könnte vielleicht auch meine Leser interessieren und deshalb schreibe ich dann auch etwa darüber. Momentan lese ich sehr viel über Ernährung, Kraftorte in der Natur und das Wechselspiel zwischen Mensch und Erde, Nahrung und Gesundheit, Ursache und Wirkung – dieses Spannungsfeld zwischen beweisbarer Physik, Eigenverantwortung, Bauchgefühl und Psychosomatik fasziniert mich sehr – deutlich mehr als der neueste Dekotrend. Vielleicht kommt also bald auch dazu etwas mehr auf meinem Blog.

Gesellschaftspolitische Themen nehme ich dann auf, wenn ich sie sehr wichtig finde, sie mich betroffen machen, die Politik meiner Meinung nach nicht klar genug Stellung dazu bezieht oder sie mich – ganz egoistisch - selbst in starkem Maße betreffen oder beeinträchtigen. Die staatlich legalisierte Modernisierungsumlage, die die Mietpreisdeckelung aushebelt und Investoren die Möglichkeit gibt, legal über die Hintertür ganze Stadtviertel zu entmieten, zu gentrifizieren, um Wohnungen dann zu immens höheren Preisen neu vermieten zu können, die regt mich gerade unglaublich auf - weil ich selbst davon betroffen bin und weil ich es eine Ungeheuerlichkeit finde, dass so etwas von Regierungsseite sogar noch unterstützt wird.



9  Welche Blogs inspirieren Dich?

Da gibt es einige. Blogs mit einer sehr ästhetischen Bildsprache, die ich besuche, um meinen Augen eine Freude zu machen. Dann gibt es Blogs, die mit guten textlichen Inhalten glänzen, informativ, auf den Punkt, politisch oder gesellschaftlich brisant, die ich einfach gerne lese, weil ich gut geschriebene Texte mag. Dann gibt es die Blogs, bei denen gute bildliche Inhalte sich mit ansprechenden, informativen Texten vereinbaren und dahinter ein Mensch zu vermuten ist, der mir über seine Unternehmungen, seine Bilder, seine Worte, den Austausch und das Mitnehmen in seine Welt einfach sympathisch ist. Ich fände es nicht fair, hier einzelne Blogs aufzuzählen, weil ich alle diese Blogs mag – aus den unterschiedlichsten Gründen. Einige davon finden sich in meiner Sidebar... und noch einige mehr, die ich nur ab und zu besuche.



10 Wenn keiner hinsieht, dann

laufe ich auch schon mal den ganzen Sonntag im Schlafanzug herum und frühstücke um 12 Uhr mittags vor dem Fernseher.



11 Dania, deren Blog im Juni hier vorgestellt wurde, hat sich für Katja folgende Frage ausgedacht:
„Welche Orte suchst du auf, wenn du Ruhe suchst und Energie für den Alltag tanken willst?"

Naturorte. Orte an denen das menschgemachte Hintergrundrauschen möglichst klein ist, Zeit keine Rolle spielt, ich einfach Teil großartiger Natur bin und nichts tun muss, außer einfach nur zu sein. Und das möglichst ohne Menschen, die nie die Klappe halten können.

12 Welche Frage würdest Du gerne der nächsten Bloggerin, die auf meinem Blog vorgestellt wird, weitergeben?

Katja: "Wenn du dir eine Superheldenkraft wünschen dürftest - welche wäre das, warum würdest du das gerne können und wo würdest du es anwenden?"

Liebe Katja, mein ganz herzlicher Dank geht an Dich, für dein Entgegenkommen, ausführlich und spannend in Wort und Bild auf meine Fragen zu antworten. Du hast uns wieder einiges zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben.

Schaut mal nach auf Katjas Blog "Raumfee" , welche tolle Themen sie gerade angeht.