Mittwoch, 30. September 2015

12tel Blick im September

Eh der September sich aus dem Staube macht, wird er am Wickel genommen und zu meinen monatlichen Fotostandorten geführt. Wie schaut es denn aus? Was hat der September zustande gebracht?

Die Farben beginnen sich zu ändern, überall liegt schon dürres Laub auf dem Boden, aber die Weide zeigt noch wenig Veränderungen. Merklich kühler ist es auf jeden Fall geworden; wie schön, dass wenigstens die Sonne noch gern am Seeufer weilt.



Irgendwie ist mit dem September auch eine gelassenere Stimmung am Seeufer eingekehrt.




Noch liegen die Tretboote bereit. Also wer möchte...


Der Landschaftsmaler Richard Dilger hat ein schönes Bild von dieser Stelle hinterlassen, auf das am Ufer, unweit meines Fotostandortes, hingewiesen wird. Irgendwie sehen die Boote weitaus romantischer aus, als ein Tretboot.


Auch der Rabe scheint über Bootsmodelle nachzudenken.


Aber auch vom Ufer ins Wasser zu sehen, ist fein. Dafür brauche ich gar kein Boot. Ha, ich bin auch ein Ufergucker...


Hier könnt Ihr die Veränderungen im Laufe der letzten Monate großformatiger verfolgen.


Beim Vogelhaus hat sich noch nicht viel getan. Nur die Schuhe werden nass, weil das Gras vom Morgentau feucht ist.


Dabei mag ich den Zauber der Tautropfen doch sehr. Die Nachbarbäume tragen ja auch reichlich Tropfenfänger.


Ich denke, mit dem Oktober wird auch der Baum eine andere Kleiderfarbe wählen. Mal sehen... 



Tabea sammelt auf ihrem Blog heute wieder die 12tel-Blicke aller TeilnehmerInnen dieser feinen Aktion.


Montag, 28. September 2015

Naschmäuler



Manch reich beladener Apfelbaum auf den vielen Streuobstwiesen um uns herum braucht gerade hölzerne Unterstützung.


Doch Fallobst gibt es reichlich. Der kleine Bach liegt voller Mostbirnen - ob er sich schon in einen Mostwässerchen verwandelt hat? Oder ein Cidrebächlein? Naja, wer mag schon gammeliges Obst....



 Doch, durchaus gibt es solche Naschmäuler, sieh an....


So beschäftigt den gierigen Rüssel in die süße Köstlichkeit zu stecken, dass ein feines Makro herausspringt.


Der brave lockige Retriever schaut sich derweil nach Äpfeln um. Na hör mal, da waren die Augen größer als das Maul! Viel zu groß, um in einen Hunderachen zu passen. Da helfe ich mit dem Schweizermesser und spiele den Vorkoster. Absolut köstlich, der Hund ist ein Gourmet, formidable Nase, nicht nur auf Wild spezialisiert...


Guten Appetit! An apple a day keeps the vet(erinarian) away...


Und die zweibeinigen Naschmäuler? Die gehen nicht leer aus.
Am Montag kommt die Mostpresse ins Dorf, so wurde am Wochenende mancher Baum geschüttelt und abgeerntet.


 Unter den wenigen Esskastanienbäumen wurden wir dann auch noch fündig. Wenn wir schon in diesem Herbst nicht in die Berge Norditaliens fahren können, dann tragen wir wenigstens noch eine Handvoll selbst aufgelesener heimischer Maroni heim.




verlinkt bei Brittas MakroMontag
und bei Lotta, die sich Stacheliges wünschte.

Sonntag, 27. September 2015

Wochenperlen XXXIX....

„Wieder verging Zeit. Ich weiß nicht, wieviel. Ich hatte keine Uhr. 
Aber die Art Zeit wird sowieso nicht in Uhren fabriziert.“


Raymond Chandler


In dieser Septemberwoche war noch Zeit übrig für

* den letzten (?) Rosenduft
* das Backen von Kürbisbrot und Kochen von Kürbissuppe, Kürbisauflauf...
* das leckerste rote Äpfelchen des alten Apfelbaumes
* kreativen Input, wie man mit alten Flaschen umgehen kann
* Blümchen, die im Herbst zeitlos blühen können
* Entdeckungen zwischen Fallobstbraun und Birnengold
* Tauchbad im Dahlienbunt (heutige Favoritin: obere Reihe Mitte...)




Einen herrlich bunten Sonntag ohne Uhr wünsche ich Euch!


Samstag, 26. September 2015

Mondlichtbotschaften

Schnell ach so schnell verrinnt die Dämmerung, die Sonne überlässt mit rasch enteilendem Gold dem Mond das Feld.


Mondbuchstaben haben sich die Zwerge ersonnen. Man sieht sie nicht, wenn man einfach draufblickt. Sie können nur gelesen werden, wenn das Mondlicht von hinten durch die hochgehaltene Schrift scheint. Bei jedem Mond, oder - manche noch raffinierter und zur besonderen Geheimhaltung - wenn der Mond wieder in derselben Form und Phase steht, wie er im Moment des Schreibens gestanden hatte. Natürlich führ(t)en die Zwerge beim Verfassen ihrer Geheimschrift silberne Griffel.
(Was für ein zauberhafter Gedanke, lieber Herr Tolkien...Wer mehr wissen will, muss sich auf den Weg zu Elrond machen, vielleicht in Begleitung des kleinen Hobbits.... )


Welches Geheimnis könnte er heute lüften?



Gerade die richtige Stimmung, um die Schriftrolle der Zwerge auszurollen,


Tagsüber hat sich kein Mond mehr in den Zweigen verfangen, sondern lauter rote Äpfel malen den Blick nach oben bunt an.


Die Himmelsschnitte beweisen, dass es derweil am Himmel nicht langweilig wird.


Werdet Ihr versuchen, euch am Montag sehr früh aus dem Bett zu wippen, um den "Blutmond" zu sehen?

verlinkt bei Katjas Himmelssammlung, wie immer.


Freitag, 25. September 2015

"Es war Morgen....

und die neue Sonne flimmerte golden über dem Wellengekräusel der stillen See...."

Am Ufer stehend und plötzlich mit dem Schreien der Möwen und ihrem Flügelschlagen Jahrzehnte zurück katapultiert werden... in das Lieblingsbuch meiner Jugend.



"Der ganze Körper ist von einer Flügelspitze zur anderen nichts anderes als Gedanke", sagte Jonathan. "Geist in sichtbarer Gestalt. Durchbrecht die Beschränktheit eures Denkens, und ihr zerbrecht damit auch die Fesseln des Körpers."




„..wir leben nur für den Augenblick. Es ist kaum vorstellbar, durch wie viele Leben wir hindurch mussten, bis wir verstanden, dass Leben mehr ist als Fressen und Kämpfen und eine Vormachtstellung im Schwarm einzunehmen.“






Richard Bach "Jonathan Livingston Seagull" - dt. Die Möwe Jonathan (hier vorzüglich in der englischen Hörbuchversion)

Letzte imaginäre Seite umblättern. Buch gedanklich schließen.
Kurze literarische Morgenflugrunde beendet.
Schön war's.


Mittwoch, 23. September 2015

Mittwochs mag ich den Herbst

Hoffentlich auch am Donnerstag und am Freitag...



Nach dem langen statischen Sommer kommt endlich wieder Bewegung in die Natur.
Die Farben wandeln sich täglich, die Sonne zieht morgendliche Nebeldecken fort, reife Früchte und Nüsse an den Bäumen, feine Frucht- und Samenstände an vielen Pflanzen....  Noch sind die schönen Fliegenpilze nicht zu sehen, aber ansonsten schießen allerorten seine Genossen  hervor.  Der Kürbis ist mit Macht wieder auf dem Speiseplan gerollt.

Ich kann diesen herrlichen Herbststimmungen einfach nicht widerstehen...






verlinkt bei Frollein Pfaus Mittwochsaktion

Sonntag, 20. September 2015

Wochenperlen XXXVIII.....

Nicht der Abstand bestimmt die Entfernung.
In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr Verborgenes geben
 als hinter der Chinesischen Mauer.

Antoine de Saint-Exupéry


Fast verborgene Details der Woche:

* Kondensstreifen eines Flugzeugs oder Beleg der Chemtrails-Verschwörungstheorie?

Tieffliegende wattige Wolkenlage zwischen den Alpen und mir

Haarige Offenbarungen des Salbei

Spätsommerlicher Abflug eines Unerkannten

Inhalierte Mauselochgeheimnisse

* Aktuelle herbstliche Modetrends

Regenphänomene

* Enttartnes Maiglöckchen. Fruchtstand - vorsichtig - die Beeren sind giftig.  

Und wer schlängelt sich gerade im letzten Moment noch vor meine Füße?



Eine Blindschleiche (vom Liebsten ins Gras gerettet, bevor sie überfahren wird....)

Einen schönen Sonntag wünscht Euch


Samstag, 19. September 2015

In heaven: Nur geduldet

Nimm dir Zeit, den Himmel zu betrachten.
Suche Gestalten in den Wolken.
Höre das Wehen des Windes
und berühre das kalte Wasser.
Gehe mit leisen, behutsamen Schritten.
Wir sind Eindringlinge, die von einem unendlichen Universum nur für eine kurze Zeit geduldet werden.

(Indianische Weisheit)

Als Wolkenguckerin und Himmelssammlerin fühle ich mich in dieser Woche reich beschenkt. 

Unter morgendlichen heftigen Flügelschlägen über dem verschlafenen Kopf den Anblick der sich Sammlenden erhaschend.... 


von bunten Bögen umschlossen, während sich das Oben zwischen Regen- und Sonnengüssen unentschlossen schwankend zeigt.


Dem Bauchgefühl und der plötzlich wachsenden Wolkenfinsternis folgen, das sichere Auto nicht mit dem Hund verlassen. Und dann Schutz suchen vor dem Trommelfeuer sich lösender Hagelkörner,...


die sich auch nach fast einer Stunde noch, schon leicht geschmolzen, im Gras wiederfinden lassen.


Sommerlich warme Föhnwinde zaubern Wolkenbilder über den Alpen.



Doch bevor der Abend sich endgültig übers Land senkt, lohnt es, sich doch noch einmal weit aus dem Fenster zu lehnen.



zunehmender Mond.... Über das Himmelskaleidoskop wird das dunkle, schützende Tuch der Nacht ausgebreitet..


Und auch ganz normales Himmelblau und Wolkenweiß ließ sich schnittweise archivieren.



"Wir sind Eindringlinge, die von einem unendlichen Universum nur für eine kurze Zeit geduldet werden." 

Auch wenn es müßig erscheint,  sich täglich die Zeit zu nehmen und die Augen nach oben zu lenken.... es rückt die Dimensionen wieder zurecht. 
Mit dem Bewusstsein des lediglich geduldeten Eindringlings mit weltgeschichtlich kurzer Aufenthaltsgenehmigung klärt sich der Blick, politisch, menschlich. Und überhaupt.   

verlinkt bei Katjas "In heaven".