Dienstag, 31. Mai 2016

"Bitte...zähme mich!"

Eigentlich war ich ja mit der Sommergarderobe für die Lockenmädchen fertig. Das große Paket ist längst in den Staaten angekommen, genau rechtzeitig. Denn in Vermont herrschen gerade Temperaturen von 27-28 Grad bei herrlichem Sonnenschein.

Aber wie das so ist, dann kommt einem doch noch ein verlockendes Stöffchen in die Quere oder ein interessanter Schnitt, - oder eben beides zusammen. Da wird man dann doch schwach.
Auf Inas (Pattydoo)  Blog habe ich eine spannende Taschenvariante bei einem einfachen Kleiderschnitt entdeckt, der ich flugs umgesetzt habe.

Hach, und dann dieser Stoff mit dem Fuchs! Das Fuchsmotiv passt thematisch ausgezeichnet zu dem Kleid aus dem Stoff mit dem Kleinen Prinzen, das das Lockenmädchen so liebt (Natürlich gehört das Buch von Antoine de Saint-Exupéry zu ihren Lieblingsbüchern).

Das Stoffstück ist nur 140x83 cm groß, so dass ich gewaltig in Bedrängnis kam, um ein Kleidchen in Größe 128 daraus zu erstellen.
Meine Lösung war, dem Rockteil auf dem Rücken eine Mittelnaht zu verpassen, dafür stimmt dann aber wenigstens der Fadenlauf.

Und wo sehe ich den Fuchs hierzulande am häufigsten? Im Wald, der somit der artgerechte Ort zum Präsentieren des Fuchskleidchens schien.


Für die beiden in der Naht versteckten Täschchen wählte ich Reste eines anderen Fuchsjerseys (jaja, Füchse sind hier ein großes Thema...)


Da schaut er ganz keck, was das große Lockenmädchen sehr freuen wird.
So, dann wird das Kleid heute auf die Reise über den großen Teich gehen.

Die Nähmaschine ist jetzt auch verpackt und macht Inspektions-Urlaub beim Nähmaschinenhändler meines Vertrauens.



verlinkt bei Creadienstag

Montag, 30. Mai 2016

12tel Blick im Mai

Was für eine Freude, mal einen feinen Maitag zu erwischen, um an meinem Fotostandort mein Monatsfoto aufzunehmen! Darauf habe ich doch so gewartet!!


Samstag, 21. Mai 2016, 9.47 Uhr,
noch etwas frisch aber sonnig und vielversprechend
Die Baumbank wird gerne in Anspruch genommen, der Baum sieht ja mittlerweile auch schon richtig üppig belaubt aus.

Ein typisches Bild für die Jahreszeit, denn schon versammelt sich eine italienischsprachige Touristengruppe vor dem Gebäude, die von ihrer Reiseführerin über die geschichtlichen Hintergründe dieses Ortes informiert wird (glaube ich zumindest, mein Italienisch ist sehr schütter, und Herr Holunder, der diesbezüglich große Kenntisse vorweisen könnte, ist derweil beim Biobäcker. Aber was soll die Dame hier sonst erzählen?) 
Zwei Tage vorher traf ich hier auf feine, cellolastige Straßenmusik, klar: und auf Touris mit Rucksack oder Kamera. Der Sound passte aber wunderbar zum Ort.


So hatte ich mir das vorgestellt: ein bisschen städtisches Grün und zunehmend vollere Gassen, auch wenn es noch recht früh für einen Samstag ist (die meisten Läden öffnen ja erst um 10 Uhr).




Heute schlendere ich noch ein paar Gassen weiter (eigentlich wollte ich ja in einen ganz bestimmten Laden, der es leider mit den Öffnungszeiten nicht so genau nahm). Hier, wo sich die Hohenhausgasse mit der Zollernstraße kreuzt, steht das "Hohe Haus", 1294 erbaut, das damals mit seinen fünf Stockwerken das höchste (nicht kirchliche) Gebäude war. Seine reiche Fassadenmalerei, die hier auf der Gassenseite einen festlichen Umzug zur Zeit des Konstanzer Konzils darstellt, stammt allerdings aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Nach vorne hin kann man das Treiben auf einem mittelalterlichem Fischmarkt bewundern.
Und siehe da - ab und an scheinen die mittelalterlichen Gestalten lebendig zu werden...


Im Rahmen der Festivitäten rund um das Konziljubiläum konnte man am Samstag, 28. Mai 2016 einen Ausflug ins Mittelalter unternehmen. Stilecht bekleidete Ritter, Musiker, Spielleute, Händler usw. zogen durch die Gassen und erinnerten in vielen Darstellungen an das Konzil vor 600 Jahren.


Nicht nur mit mittelalterlichen Motiven wurden im letzten Jahrhundert die Fassaden in der Altstadt geschmückt. Auch Zeitgenössisches fand gelegentlich Raum, wie hier Hans Breinlingers Fassadenmalerei von 1922 (Hussenstraße 18), die viel und kontrovers diskutiert wurde.


Dieses Projekt, das mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist, wird von Tabea betreut, auf deren Blog Ihr heute wieder die Maifotos aller TeilnehmerInnen bewundern könnt.




Sonntag, 29. Mai 2016

Sonntagssplitter # 21

"Ich akzeptiere das Chaos.
Ich bin mir nur nicht sicher,
ob es mich akzeptiert."

Bob Dylan

Tierisches, Blumiges, Wässriges und Städtisches aus meiner vergangenen Woche:


Tiere überall - ob im ländlichen, wie auch im städtischen Bereich


Die Blumen scheinen das derzeitige eher feuchte Wetter wohl mehr zu schätzen als wir



Dabei ist doch Wasser eh das Element der Gegend. Allerdings steht derzeit auf Wegen, Wiesen und in Senken das Wasser und verheißt eine Mücken- (Schnaken-)plage für den Sommer


Konstanz - das Mittelalter wird lebendig....

Morgen schauen wir mal, was sich im Mai an meinem 12tel-Blick-Standort in Konstanz so alles getan hat.


Samstag, 28. Mai 2016

Himmlisches Maimenü - heute mal ohne Erdbeeren und Spargel

Wöchentlich wechselnde Angebote mit saisonalem Charakter auf der Wochenkarte des himmlischen Bistros am See.

 1 Himmelsazur mit Holunderblütenhäubchen und zarten Duftnuancen


2 Zarter junger Feiertagsmorgenhimmel  an frischem Eschengrün


3 Wolkenstrang, leicht gedünstet, mit einem Fumet aus Wiesen und Wald


4 Schönwetterhimmelstreifen an Schäfchenwolkenschaum mit fluffigen Watteweißtörtchen


5 Morgenhimmel sous vide (im Wasserbad)


6 Wolkenabendtaumel zart angegrillt


Ich fürchte, dass am Wochenende nicht mehr ganz so leckere Feinschmeckergerichte serviert werden.
Also setzt Euch schnell an den Tisch und bestellt, das Angebot ist begrenzt.
Für mich bitte No. 1!!! (Nomen est omen!)

Sicherheitshalber solltet Ihr gleich bei Katjas "In-Heaven" reservieren!



 

Donnerstag, 26. Mai 2016

Erlenzauber


Habt Ihr in der Schule noch Goethes "Erlkönig" auswendig gelernt oder wenigstens gelesen?  Kennt Ihr vielleicht sogar die Ballade um "Erlkönigs Tochter" (von Herder)?
Keine Sorge, ich will Euch jetzt nicht ins Lyrikseminar entführen... Nein, ich will Euch nur zur Erle mitnehmen, aber ein bisschen magisch wird es auf jeden Fall.

Sumpf- und Moorlandschaften, Flüsse und Bäche liebt die Erle, die feuchte Umgebung liegt ihr. Ein bisschen unwirklich ist es dort; früher waren dies gewiss oft auch gefährliche Orte, sumpfig, morastig, verrufen, unwirtlich.


Ein Tor zwischen zwei Elementen, zwischen zwei Welten stellte die Erle so früher in den Augen der Menschen dar und war ihnen somit oft unheimlich. Seit der Antike ranken sich Sagen und Mythen um die Erlen. Bei Dunkelheit hielt man sich lieber von ihr fern, denn hier fand dann wildes Treiben statt. Wer wollte schon in die Fänge von Erlkönigs Tochter geraten? Oder mit Wassergeistern, Nebelfeen oder Irrlichtern mutterseelenallein zusammentreffen?


Ich will gern glauben, dass sich an dieser Stelle des Nachts Feen, Moorgeister und Elfen zum Tanz versammeln, die auf menschliche Beobachter gut verzichten können.

Wenn man im frühen Mittelalter "über jemanden einen Stab brach" - dann handelte es sich um Erlenstäbe, In verschiedene Richtungen geworfen, bedeuteten sie, dass derjenige verstoßen wurde.  


Rot läuft das Holz einer gefällten Erle an, sie blutet .. blutrot - so rot wie das Kleid der Erlkönigin.

Über die Erlenmythologie ließe sich noch vieles berichten, doch auch die guten Seiten der Erle wurden genutzt. Ihr Holz ist sehr haltbar und unempfindlich gegen das Verrotten und somit gut zu verwenden beim Bauen in Wasserbereich. Steht nicht Venedig auf Erlenpfählen?
Heutzutage wird das Erlenholz gern beim Bau von Möbeln benutzt - wir selber essen seit 25 Jahren an unserer Tischplatte aus Erlenholz.


Der Standort meiner Baumfreundin ist wirklich sehr typisch für eine Erle: in einer Moorlandschaft (bestimmt sehr gruselig im Dunkeln), an einem Wasserlauf mit einem alten Wehr (das sich auch im Schwarz-weiß-Modus sehr gut macht).


Dieses Gelände gehört zum Naturschutzgebiet rund um den Mindelsee, der nur 3 km vom Bodensee entfernt liegt. Der Mindelsee war ursprünglich viel größer als heute, doch seit dem Mittelalter wurde mehrfach der Seespiegel gesenkt, um den Torfabbau zu ermöglichen und Land zu gewinnen.

  
Für Wanderer, die unter meiner Erle verweilen wollen, steht eine Bank bereit, die momentan allerdings wenig einladend von Brennesseln umrahmt ist.
Ich selber streife lieber ein bisschen am Ufer entlang...


Zu welcher Jahreszeit auch immer, die alte Erle ist stets eine Augenweide.
Vielleicht sollte ich nicht doch mal des nachts... Bislang habe ich in der Dämmerung hier nur Fasane und Hasen beobachtet.


Die Erle stelle ich in die Reihe von Ghislanas Baumfreunden, die sie am letzten Sonntag jedes Monats sammelt..

Mittwoch, 25. Mai 2016

So wie es war....


Heute wäre dein 13. Geburtstag, doch seit fast sieben Monaten bist Du nicht mehr bei uns.
Der Kummer, dich verloren zu haben, wird nicht kleiner. Aber die Dankbarkeit, dass Du unser Leben reicher gemacht hast, weiß ihn täglich besser aufzuwiegen.
An so vielen Ecken hängen Erinnerungen an Dich.
"Hier hat sie jeden Herbst Falläpfel vertilgt..."
"Auf dieser Wiese hat sie damals mein Handy wiedergefunden..."
"Weißt Du noch, wie Ashley sich hier in Silage gewälzt hat und so gestunken hat, dass wir sie mit offenem Autofenster zum See fahren mussten und sie dort neun mal den Ball aus dem Wasser apportieren musste, bis einigermaßen sauber war?"
und so weiter und so weiter...

Wenn ich dieses Lied höre, sehe ich dich immernoch über die Wiesen rennen...
"so wie es war, so wie es war..."

Sonntag, 22. Mai 2016

Sonntagssplitter # 20

"Fotografieren ist wie Bogenschießen:
 richtig zielen,
 schnell schießen,
 abhauen."

Henri Cartier-Bresson

Schnelle Stadtrunde mit Pfeil, Kamera und Bogen...


Die Schweiz ist leer. Alle sind in Konstanz (oder anderen Einkaufsorten in Grenznähe). Allmählich
wird die Schweizer Geschäftswelt unruhig und sucht in Konstanz nach ihren Kunden...  
(auf hochdeutsch: Bei uns wären Sie schon lang beim Kaffee.)


Immobilien- oder Bauplatzsuche am Bodensee war schon immer schwer. Bereits im Mittelalter wurde es eng.


Manchmal möchte man auf der einen Seite durchs Stadttor gehen und auf der anderen Seite eine Zeitreise ins Mittelalter machen.


Interessante Installation der Künstlerin M. Bartl-Frank zum Thema Machtverschiebung. Ist die heutige Macht multinationaler Konzerne der Macht der Kirche im 14. Jahrhundert gleichzusetzen?


Konstanzer Altstadtvariante des Urban Gardening.


Hier kann man es sich leisten, Hydranten zu vergolden...


Und wenn die Kamera mal ruht, arbeite ich an einem (gewonnenen) Nähset, nähe davon ein Meditationskissen. Der Schnittbogen wies ein paar nervige Nachlässigkeiten auf, so dass eine entspannende Meditation jetzt wirklich gar nicht so schlecht wäre.  


"Du kannst die Wellen nicht stoppen,
aber du kannst lernen zu surfen."

Jon Kabat-Zinn

Samstag, 21. Mai 2016

Kurz und bündig


"Look up, and get lost..."


Für ein bisschen Erdung noch etwas Himmelsblau vom Boden.


Mehr gibt es heute nicht. Schaltet den PC und das Smartphone aus. Geht hinaus, genießt den herrlichen Tag! Auf, auf!!

Schnell noch bei Katja verankern und dann schauen, was der Himmel in natura so treibt.
Habt es fein!

Freitag, 20. Mai 2016

Schnee von Gestern

Keine Sorge, es hat nicht geschneit hier unten am Bodenseeufer. Aber fast hatte man in den letzten Tagen hier das Gefühl...



Ihr ahnt, wer der Übeltäter ist, oder? Einige Allergiker werden sich jetzt mit Grausen abwenden, kann ich mir vorstellen.


Sie sollten sich derzeit diesem Feuchtgebiet lieber nicht nähern. Überall schwimmen, fliegen und hängen sie...


die Sämchen der Salweide. Und da haben wir auch gleich den "Übeltäter".



Dabei sehen die Gespinste so fein aus, wenn sie an anderen Pflanzen hängen bleiben. Als hätte hier nächtens ein wildes Elfenfest stattgefunden mit allem was dazugehört, zertanzte Schühchen, zerschlissene weiße Feenkleidchen und zerzaustes Elfenhaar eingeschlossen...


Und wenn dann Familie Bachnelkenwurz seine Blütenstände und Sammelfrüchte so weit raushängen lässt, bekommt sie natürlich auch gleich was angehängt.


Ein bisschen grotesk sieht der Fruchtstand ja sowieso aus. Wer weiß, welche Rollen sie in dem Elfenfest gespielt haben.



Bachnelkenwurz gehört gerade zu meinen Lieblingsblümchen in der Natur. "Water avens" ist ihr englischer Name, klingt irgendwie etwas vornehmer...