Sonntag, 25. Juni 2017

"Ich bin Niemand! Wer bist du? - Emily Dickinson {Great Women}

I'm Nobody! Who are you?
Are you - Nobody - too?
Then there's a pair of us!
Don't tell! they'd advertise - you know!

How dreary - to be - Somebody!
How public - like a Frog -
To tell one's name - the livelong June -
To an admiring Bog!  

Emily Dickinson

Seit langem lese ich begeistert die spannenden und interessanten Frauenbiographien, die Astrid  regelmäßig in ihrem Blog veröffentlicht. Die Beschäftigung mit meiner Eye-Poetry Serie, deren aktuelles Thema ein Gedicht von Emily Dickinson ist, brachte es mit sich, dass ich intensiver in die Biographie dieser faszinierenden Dichterin eintauchte. Je mehr ich von ihr las, desto hingerissener war ich. Und desto mehr weiß ich die Arbeit zu schätzen, die Astrid in ihre  "Great Women Serie" steckt.

Niemand bin ich! Und du?
Ein Niemand - noch dazu?
Dann sind wir zwei im Land!
Still! Gleich wird man bekannt!

Wie öde - Jemand sein!
Sein Lebtag - Fröschen gleich -
Den eignen Namen auszuquaken -
Für den Applaus im Teich!

(Übersetzung v. G. Kübler)


Emily Dickinson wird als mittleres Kind von Edward und Emily Norcross Dickinson am 10. Dezember 1830 in Amherst, Massachusetts im Anwesen Homestead ihrer väterlichen Familie geboren.
Ihr Großvater Samuel Fowler Dickinson war ein Mitbegründer des renommierten privaten Amherst College (damals A. Academy) und ein Befürworter der schulischen Mädchenerziehung in der neuen Akademie. Emilys Vater Edward Dickinson hatte neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt und Kongressabgeordneter auch die Position des Schatzmeisters des Colleges inne.
Nachdem Großvater und Vater ihre jeweiligen Anteile am Anwesen 'Homestead' verkaufen müssen, zieht Emily im Alter von neun Jahren mit den Eltern und ihren zwei Geschwistern - dem älteren Bruder Austin und der jüngeren Schwester Lavinia - in ein eigenes Haus im Ort.

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Für die damalige Zeit war Emilys Schullaufbahn außergewöhnlich, zumindest außerhalb von Amherst. Sieben Jahre lang besucht sie das Amherst College, 1847 für ein Jahr das Mount Holyoke Female Seminary im nahen South Hadly (heute Mount Holyoke College). Dies ist der längste Zeitraum in ihrem Leben, den sie fort von daheim verbringt. Sie gilt als hervorragende Schülerin und  hat einen großen Freundeskreis. Mit den engsten Freunden teilt sie die Leseleidenschaft und tauscht auch schon die ersten eigenen Gedichte aus. Sie gilt als unternehmungslustig und kontaktfreudig.

Der Vater, Edward Dickinson, ist ein strenger puritanischer Familienvater, dessen Wort Gesetz ist. Außerhalb des Hauses gilt er als prominenter Bürger und Politiker, dem es gelingt dafür zu sorgen, dass Amherst ans Eisenbahnetz angebunden wurde. Emily hat ihm als Kind furchtsam zu gehorchen, lernt aber mit den Jahren, seine Anweisungen zu umgehen. So sollen die Geschwister sich in der Kindheit auf das Lesen der Bibel und moralistischer Geschichten beschränken, finden aber Wege, sich andere Literatur zu verschaffen, die sie z.B. im Klavier verstecken. Später steht ihnen dann die wohlbestückte väterliche Bibliothek offen.

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In ihren frühen Zwanzigern nimmt Emily am literarischen und gesellschaftlichen Leben im Umkreis des College teil und gehört z.B.  einem Lesekreis junger Leute in Amherst an und kommt durch den Austausch in Kontakt mit zeitgenössischer Literatur. In einem Gedicht schreibt sie einmal "There is no Frigate like a book/ To take us Lands away / No Coursers like a Page/ Of prancing Poetry - / This Traverse may the pourest take/ Without oppress of Toll/ How frugal is the Chariot/ That beats the human soul -" (Keine Fregatte nimmt uns mit / ins Weite wie ein Buch / Kein Rennpferd kommt der Seite gleich / Wo tänzelt ein Gedicht - / Den Kurs kann auch der Ärmste nehmen / Vom Zoll nicht schikaniert - / Wie preisgünstig ist das Gefährt / Das unsere Seele trägt - . Alle Übersetzungen in diesem Beitrag von Gunhild Kübler).
Bücher sind für sie wie die Flügel der Fantasie, die sie aus der Enge der Zeit heraustragen. Sie werden zunehmend ihre engsten Seelenfreunde.
Kommt sie auch nicht weit herum, mit der Lektüre des "Springfield Republican" der führenden politischen und literarischen Zeitung hält sie sich auf dem Laufenden.

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Für das zierliche Mädchen mit dem rotbraunen Haar endet die Schullaufbahn 1848, sie kehrt zurück in den Schoß der Familie und widmet sich den häuslichen Pflichten, um die introvertierte Mutter zu entlasten.
Hausarbeit liegt Emily so gar nicht, dafür müssen Hausmädchen eingestellt werden.
Große Freude macht ihr hingegen das Backen. Nicht für Gedichte, sondern für ihr Brot gewinnt sie 1856 einen Preis; der Vater besteht darauf, nur von ihr gebackenes Brot zu essen. Der Teil der traditionellen weiblichen Rolle, der in der Küche stattfindet, ist für Emily mit Freude und Stolz verbunden, nicht ohne Grund wurden viele ihrer Gedichte in der Küche (auf entsprechendem Papier...) notiert.
Ihre Cousine Louisa erinnert sich, dass Emily beispielsweise emphatische Gedichte gern in der kühlen Vorratskammer schreibt und laut spricht, während sie die Milch abrahmt.

Emilys Teilnahme am geselligen Leben läuft allmählich aus, als ihre Freundinnen eine nach der anderen heiraten. Bekannte verlassen nach Studienende das College und die Stadt, Freunde sterben, andere folgen religiösen Erweckungsbewegungen. Was bleibt, ist der enge Zusammenhalt der ortsfesten Familie.
Im Herbst 1849 schenkt der Vater Emily einen brauen Welpen, der zu dem großen leicht lockigen Neufundländer(mix?) Carlo heranwächst, der sie fortan auf den geliebten langen Spaziergängen durch die Felder und Wälder rund um Amherst begleiten soll.  Carlo findet Erwähnung in Briefen und Gedichten und ist Emily über 17 Jahre auch eine seelische Stütze und Begleitung. 1866 stirbt er, für Emily gewiss ein sehr großer Verlust und nicht ohne Auswirkung auf ihr seelisches Befinden. (Legt doch an dieser Stelle eine kurze Pause ein und geht mit Emily und Carlo hinunter ans Ufer...)

Vermutlich ist für Emily eine standesgemäße Ehe vorgesehen. Aber es kommt nicht dazu, obwohl es wohl Männer gegeben haben soll, die um sie warben. Über eine mögliche Liebesbeziehung wird nach ihrem Tod und ausgehend von einigen ihrer Gedichte gerätselt.
Welche Möglichkeiten stehen ihr als intellektueller Frau außer einer Ehe offen in dem kleinen, eher düsteren strenggläubigen Ort, der noch im freudlosen, puritanische Zeitalter verharrt, während das Land sich im Umbruch befindet?
Ein Leben als Schriftstellerin ist undenkbar, der Vater hält nichts von schreibenden Frauen oder deren Auftreten in der Öffentlichkeit.


Ab 1850 zieht sich Emily zusehends mehr aus der Öffentlichkeit zurück, bis sie am Ende das Haus so gut wie gar nicht mehr verlässt, Die Gründe für ihren Rückzug  liegen im Dunkeln. Sind sie gesundheitlicher oder persönlicher Ursache, ist ein bestimmtes Ereignis Ausgangspunkt einer Krise?
Trotz ihres extrem zurückgezogenen Lebens pflegt Emily eine ausgedehnte Korrespondenz mit mindestens hundert Persönlichkeiten  neben Verwandten, Freunden und Bekannten auch mit bedeutenden Persönlichkeiten der Kultur z.B. den Autoren Helen Hunt Jackson und Josiah Gilbert Holland. Vielen Briefen legt sie Gedichte bei. Schreiben war einer der wenigen Wege zum Ausdruck ihrer Selbst, der ihr als Frau offenstand. Ihr Zimmer mit dem schmalen Schreibtisch mit dem Schubfach, an dem sie meist nachts Gedichte schreibt und überarbeitet, wird ihr Raum der geistigen Freiheit und die Befreiung aus der Enge der puritanischen Kleinstadt inmitten Neuenglands.

Wie die meisten ländlichen Haushalte, betreibt auch der Dickinson'sche eine kleine Landwirtschaft mit Hühnern, einer Kuh, Pferden, Schweinen einen Obst- und Gemüsegarten, Getreideacker und Wiese, die von Lohnarbeitern, meist irischen Einwanderern, gepflegt werden.
Als die Familie 1855 wieder ins von Wiesen umgebene große Anwesen Homestead zurückkehrt, lässt Vater Edward ein Gewächshaus für seine Töchter errichten.
Die Liebe zur Arbeit im prächtigen Blumengarten teilen die Frauen der Familie Dickinson.  Stolz sind sie über ihre Feigenernte, eine Seltenheit in ihrer Region.
Emily ist begeisterte Amateur-Naturforscherin und eine bekannte Gärtnerin mit einem beträchtlichen botanischen Wissen, so belegte sie im College auch Botanik . Sie ist natürlich ebenso vertraut mit der Beobachtung von Wetter, Jahres- und Tageszeiten, der Welt der Insekten und Vögel. Ihre Leidenschaft für die Botanik ist eigentlich untrennbar verbunden mit der zur Lyrik, und lässt ihre Persönlichkeit, Spiritualität, sowie die  Ausdrucksweise, Metaphorik und Imagination ihrer Dichtung besser verstehen. Heim und Garten sind poetisches Spielfeld, die Symbolsprache der Blumen fließt in ihre Gedichte ein.. Bevor sie das erste Bändchen für ihre Gedichte zusammennäht, beginnt sie mit 14 Jahre bereits ein Herbarium, in dem sie ca. 400 Spezies sammelt, und das bis heute erhalten ist.
Welche Rolle die Natur einnimmt, sieht man, als Emily mit 38 Jahren beschließt, die Kirche nicht mehr zu besuchen, und sich auch unbeeindruckt von den letzten puritanischen Erweckungswellen zeigt, die im Freundes- und Angehörigenkreis Anhänger finden.
Some keep the Sabbath going to Church - / I keep it, staying at Home - / With a Bobolink for a Chorister - / And an Orchard, for a Dome - (Den Sabbat feiert man mit Kirchgang - / Ich feiere ihn, daheim - / Ein Stärling dient als Sängerknabe - / Ein Garten ist der Dom - )
Auch in den Zeiten des vollkommenen Rückzugs wendet sie sich ihrem Garten zu - im nächtlichen Dunkel, bei Laternenlicht, um den Kontakt mit neugierigen Passanten zu vermeiden.

source
Emily Dickinson's Garden. The Poetry of Flowers
Ausstellung im botanischen Garten in New York 2010  
Nachdem Edward Dickinson nach dem finanziellen Debakel seines Vaters endlich 1855 das Familienanwesen  Homestead wieder zurückkaufen kann, kehrt Emilys für den Rest ihres Lebens in ihr Geburtshaus zurück, Ihr Bruder Austin heiratet Emilys engste Freundin Susan Huntington Gilbert und baut gleich nebenan ihr Anwesen "The Evergreens". Im Laufe der folgenden Jahre werden ihnen drei Kinder geboren.
So bleibt Emilys Familienkreis räumlich eng beieinander, denn ihre Schwester Lavina heiratet auch nicht. Dem Umzug folgt eine mehrjährige depressive Phase der Mutter, die von den Töchtern aufgefangen werden muss.

Ab 1858 fühlt Emily sich als Lyrikerin und näht mit Nadel und Zwirn Manuskripthefte (Fascicles), um ihre Gedichte niederzuschreiben.
Die Jahre zwischen 1855 bis 1866 gehören zu Emily Dickinsons schriftstellerisch produktivsten, sie verlaufen zeitgleich mit dem Sezessionskrieg und einer Zeit voller Veränderungen für ihr Leben. Danach nimmt die Zahl der Gedichte und deren Länge ab, auch werden sie hauptsächlich auf Zetteln notiert.
1864/65 muss Emily ein chronisches Augenleiden in Boston behandeln lassen - ihre letzten Reisen. Die Sorge, das Augenlicht zu verlieren, erwies sich letztendlich als unbegründet. Ihre Welt konnte wieder in ruhige Bahnen zurückkehren.

Emilys gute Freunde und Familienmitglieder wissen von ihren Gedichten, aber nicht vom Ausmaß ihres literarischen Schaffens. Oft verschenkt sie Blumen aus ihrem Garten zusammen mit einem Gedicht. Bis sie 35 Jahre alt ist, hat sie über 1100 ausdrucksstarke Gedichte über Natur, Kunst, Liebe, Schmerz, Freude etc. geschrieben. Den überwiegenden Großteil davon kennt nur sie. Rund 100 Gedichte hat sie bis zu ihrem Tod im Briefwechsel an Thomas Wentworth Higginson geschickt. Dieser hatte 1862 in einem Magazin junge Autoren dazu ermutigt, ihm Gedichte zu senden. Die Bedeutung ihres Werkes erkennt er nicht.
Von ihren knapp 1800 Gedichten werden Zeit ihres Lebens nur 10 veröffentlicht, allerdings ohne ihr Zutun und meist ohne Nennung ihres Namens.
Obwohl Emily ein empfindsames Wesen hat, zeigt sie aber auch Selbstbewusstsein. "Klein bin ich, wie Zaunkönige sind, meine Haare keck wie in ihrem Igel die Kastanie - und mein Auge wie der Rest Sherry, den der Gast im Glase lässt." (Brief an Thomas Wentworth Higginson) .

Mit dem Tod von Edward Dickinson 1874 beginnt die Zeit der Abschiede und Trauer.
Kurz blüht eine Liason mit einem früheren Freund ihres Vaters, Otis Phillips Lord auf, seit dieser 1877 Witwer war. Briefpassagen lassen vermuten, dass eine Heirat im Gespräch ist.

In ihren letzten Lebensjahren soll Emily nur noch weiße Kleider getragen und ihr Zimmer nicht mehr verlassen haben, die Tür öffnet sie nur noch einen Spalt weit und nimmt die Ereignisse im Haus nur noch durch die angelehnte Tür wahr. Ob die Farbe Weiß für sie der Ausdruck von Kraft und Intensität, ein reiches Seelenleben oder einfach nur einfacher zu waschen und zu bleichen ist, hat sie nie aufgeklärt.
In einer Reihe schmerzvoller Abschiede trifft sie der Verlust des kleinen Neffen Gilbert am tiefsten. Als dieser 8 jährige Sohn ihres Bruders Austin an tödlichem Typhusfieber erkrankt, verlässt Emily ihr Zimmer, um zu ihm ins Nachbarhaus zu eilen .

Im selben Jahr 1883 beginnt Bruder Austin Dickinson ein Liebesverhältnis mit der um 27 Jahre jüngeren Mabel Loomis Todd, mit deren Mann er befreundet ist. Öfters finden ihre "heimlichen" Treffen auch im Hause seiner Schwestern statt. Mabel freundet sich mit Lavinia Dickinson an, hat aber keinen direkten Kontakt zu Emily.
Nachdem im Frühjahr 1884 Otis Phillips Lord stirbt, erleidet Emily einen Nervenzusammenbruch, darauf folgen Krankheitssymptome einer Nierenerkrankung, der sie dann am 15. Mai 1886 erliegt.
Ihrem Wunsch folgend wird ihr weißer Sarg von den Arbeitern des Hofes aus dem Hinterausgang durch die blühenden Wiese zum Friedhof getragen.


Homestead
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Nach Emilys Tod sollte ihre Schwester Lavinia auftragsgemäß ihre Korrespondenzen vernichten und stieß dabei auf hunderte hinterlassener  Gedichte.
Um sie zur Veröffentlichung zu bringen, bat sie sowohl ihre Schwägerin Susan als auch Emilys Mentor T. W. Higginson um Hilfe, die aber nicht so schnell, wie Lavinia es sich wünschte, reagieren konnten bzw. wollten. So ging sie dann auf Austins Geliebte Mabel Loomis Todd zu. Auf diese Weise kam ein Publikationsprozess in Gang, der in familiären Zwistigkeiten, einem Rechtsstreit und jahrezehntelangem Zurückhalten von Manuskripten endete. Erste Gedichtausgaben erschienen in "stark geglätteter" Form und rivalisierten miteinander. Eigentlich wurde Emilys komplettes Werk erst mit der Variorumsedition von Thomas H. Johnson 1954 als Ganzes der Öffentlichkeit zugängig.

Angesichts der Liebesgedichte und Liebesbriefentwürfe Emilys werden immer wieder Vermutungen über ihr Liebesleben angestellt. War sie in den 1850 eventuell kurz verlobt? Welcher Natur waren ihre Freundschaften zu Frauen? War der verheiratete Otis Phillips Lord vielleicht schon in ihrer Jugend ihr Geliebter, wenn nicht er, wer dann? Der Herausgeber des Springfield Republican Samuel Bowles oder Dr. Charles Wadsworth?  Die realen Hintergründe bleiben wohl im Dunkel.

Emily Dickinsons Gedichte sind alle ohne Titel und undatiert. Sie selber hatte sie nicht, weil nie eine Veröffentlichung vorgesehen war, unter diesem Gesichtspunkt geordnet.
Ihre Lyrik, oft als "nonkonformistisch", "mutig", "kühn" und "umstürzend" bezeichnet,  erscheint auch heute noch ungeheuer modern, klar, einfach, frei von Sentimentalitäten.
Oft fühlt man sich wie auf Flügeln mitgetragen. Die für sie so typischen Gedankenstriche scheinen über einen selbst hinaus zu weisen.  Ein bisschen erinnern mich die kurzen Vierzeiler an klassische japanische Haiku.
Die Gedichte stecken voller sprachlicher Überraschungen und Fantasie. Deshalb sollte man sie sich auch immer, wenn möglich, im englischen Original anschauen.

Die Übersetzung Emily Dickinsons Gedichte ins Deutsche scheint mir einem Drahtseilakt zu gleichen. Oft wirken ihre Verse in der deutschen Form altertümlicher, weicher als sie es im Englischen sind. Deshalb schätze ich die Ausgaben, die das englische Original und die deutsche Übersetzung nebeneinander setzen.

Ihre Gedichte werden noch immer sehr geschätzt. In New York wird ihr eine spannende Ausstellung gewidmet, ein Film über ihr Leben gedreht, einige Gedichte werden vertont, übrigens mein Lieblingsgedicht von ihr.
Es scheint, Emily Dickinson ist populärer als jemals zuvor.

The Brain - is wider than the sky -
For - put them side by side -
The one the other will contain
With ease - and You - beside-

The Brain is deeper than the sea - 
For - hold them - Blue to Blue -
The one the other will absorb -
As Sponges - Buckets - do -

The Brain is just the weight of God -
For - Heft them - Pound for Pound -
and they will differ - if they do -
As Syllable from sound -

Emily Dickinson


Samstag, 24. Juni 2017

Bunter Juni {samstagsplausch}

LIEBLINGSFOTO DER WOCHE:


LIEBLINGSGEDICHT DER WOCHE:

The lovely flowers embarrass me
They make me regret I am not a Bee -

Die schönen Blumen machen mich verlegen,
Wie schade, kann ich nicht als Biene leben.

Emily Dickinson 


GESENDET: das Sommerpaket in die Staaten

GENERVT: dass man manche Ärzte nicht erreicht, weil der Anschluss ständig besetzt ist oder gar das Telefon dort nicht richtig funktioniert. Dann weiß ich ja jetzt, was ich am Montag machen werde - persönlich erscheinen...oh nerv!

GESUCHT: den Schatten



GEKAUFT: den letzten Spargel. Irgendwann ist es dann halt vorbei... Schließlich ist heute der Johannistag.

GEKÄMMT: den Lockenhund. Das macht man mit diesem Fell eigentlich nicht, aber es ist die einfachste Möglichkeit, den Fellwechsel zu beschleunigen. Ist ja keine dumme Idee, den Persianermantel jetzt bei der Hitze abzuwerfen...

GEMOCHT: Abendhimmel (vielleicht sammelt Katja mal wieder Himmelsblicke)


GESUMMT: der Mückenschwarm.... seht Ihr ihn?


GEKAUFT: ein neues Portemonnaie, da aus meinem alten plötzlich das Kleingeld heraus kullerte

GECLICKT: und gestaunt, wie toll die junge Frau singen kann, obwohl sie gehörlos ist.

GESTÖHNT: darüber, dass es auch nachts nur unwesentlich kühler wird, mag sie auch noch so tief sein...



GESTAUNT: über eine recht robuste Umräumaktion von Postsendungen der DHL von einem Wagen in den anderen am Waldrand. Jedenfalls wundert es mich nach diesem Anblick, dass überhaupt noch Sendungen heil ankommen...

GEPLANT: kleine Blogpause Anfang Juli wegen meiner OP

GELACHT: über die Vögel, z.B. die Krähen am See oder die Spatzen und Stare rund um unser Haus, die mir schier ums Haupt geflattert sind


GEERNTET: Kräuter und Pflücksalat aus dem eigenen Garten

GEFREUT: dass das Büchlein, das ich von meinem Werk für die Eye-Poetry # 05 hab drucken lassen, so fein geworden ist


GELESEN: Die Gedichte und Briefe von Emily Dickinson

GESCHRIEBEN: einen Blogbeitrag über Emily Dickinson für die nächste Woche. Von ihr stammt ja das Gedicht, das uns in der Eye-Poetry # 06 inspirieren soll.

GEMERKT: dass mir das Fotografieren im Haus einfach nicht gut gelingt. Also gibt es auch weiterhin keine Freitagsblumenfotos von mir, obwohl immer welche vorhanden sind. Zum Beispiel diese:




Heute (ab 16 h in CH, ab 19 bzw. 20 h in D) beginnt der große grenzüberschreitende Flohmarkt in Konstanz und Kreuzlingen und endet am Sonntag um 18 Uhr. Zehntausende werden sich wieder vorbei an den Ständen wälzen. Ich wünsche ihnen trockenes, nicht allzu heißes Wetter. Aber ich verzichte lieber. Vor ein paar Jahren kamen wir uns schlau vor, bereits am Samstagabend über den Flohmarkt "schlendern" zu wollen. Alle anderen waren auch so clever... Kurz, mir ist es zu groß und zu voll.

Stattdessen werde ich am Wochenende lieber die Sonne genießen, solange es geht. Nach der OP muss ich diesen Sommer die Sonne meiden oder ihr nur hochgeschlossen begegnen.  
Vielleicht streift mich auch eine Inspiration für die Eye-Poetry, es muss ja nicht wieder ein ganzes Büchlein sein... Die Lockenhündin hätte es allerdings am liebsten, wenn ich mich ins kühle Büro an den PC setzen würde, diese Räumlichkeiten schätzt sie gerade sehr. 
Vorher stelle ich aber noch meine Kaffeetasse auf den Samstagsplausch-Tisch der Berliner Namensvetterin Andrea. 

Ein schönes buntes Wochenende






Sonntag, 18. Juni 2017

"Pineapple" und "Log Cabin" - Von Blockhäusern und Ananas

Im Juni musste mein Monatsquiltblock für den Quilt-Along 6 Köpfe - 12 Blöcke ein paar Warteschleifen drehen, denn mein Nähtisch war mit Papieren und sämtlichem Zubehör für Collage- und Farbtechniken belegt.

Gesine (Allie-and-me) hat zur Halbzeit des Quiltprojektes gleich zwei wunderbare Tutorials für einen Juniblock vorgelegt.
Der Pineapple (Ananas)-Block hat seinen Ursprung im klassischen Log Cabin-Block, dem Sinnbild der ursprünglichen Siedlerhütte aus einfach bearbeiteten Baumstämmen.

Da das Mittelquadrat dann sozusagen die Feuerstelle des Hauses darstellt, durften jetzt auch wieder die Katzen aus den Januar- und Februar-Blöcken auftauchen, fand ich.


In den vergangenen Monaten empfand ich die ausgewählten Stofffarben als Frühlingsfarben. Deshalb musste ich jetzt unbedingt schauen, ob sie auch zum Sommer passen.
Kein Problem, diese Farben begegnen mir auch jetzt noch in der Natur.



 
Der Pineapple-Block wird sich fein in die bisherige Reihe einfügen. Der Log Cabin bildet nun meine Reserve. Vielleicht wandert er auf die Rückseite, oder auf ein passendes Kissen. Wir werden es sehen...

Die bisherigen Blöcke:







Samstag, 17. Juni 2017

Schattengewächs am Samstag {samstagsplausch}

"Viele Menschen sind gut erzogen,
um nicht mit vollem Mund zu sprechen,
aber sie haben keine Bedenken,
es mit leerem Kopf zu tun."

Orson Welles


GEFREUT: über die vielen Azurjungfern entlang unserer Wege auf den Hunderunden

GEZEIGT: die Ergebnisse der Eye-Poetry # 05 

GEKOCHT: die vorletzten Spargelgerichte, denn die Saison geht jetzt dem Ende entgegen. Wildspargel ergattert und für einen Spargel-Fenchel-Flammkuchen verwendet


GEWARTET: auf nächtlichen Regen nach diesem Abendhimmel. Doch die Gewitter- und Regenwolken zogen mal wieder rechts und links an uns vorbei. Dafür habe ich aber wenigstens einen schönen Himmelsblick für Katja (die raumfee/In Heaven) ergattert.

GENÄHT: gleich zwei neue Quiltblöcke (zeige ich morgen). Zwei Sommerkleidchen für die Mädels, denn am Montag macht sich das Paket auf den Weg. Da mein kleines Neruda-Gedichtbüchlein endlich fertig ist, befindet sich der Nähtisch auch wieder in einem annehmbaren Zustand.

GELESEN: den Ergänzungsband zu R.J. Palacios bekanntem Debüt: "Wunder. Julian, Christopher und Charlotte erzählen." und M. Bosch: "Bohéme am Bodensee. Literarisches Leben am See 1900 bis 1950" (ein gewichtiges Buch, nicht nur fürs Hirn, sondern auch für die Armmuskeln) angefangen. Jeden Tag ein Kapitel...


GEROCHEN: am Holunder und an Rosen, diese Hundsrose duftete besonders fein

GEMOCHT: Abendlicht

GESCHNITTEN: meine Haare, angesichts dieser Sommertemperaturen und anstehender Operation empfahl sich eine kürzere Frisur. Dieses Mal hat im Salon ein Mann die Schere und den Fön über meinem Haupt geschwungen - mit Verständnis für meine Haarwellen.


GEFRAGT: wie es weiter gehen wird...

GESCHIMPFT: über die Zecken. Entweder gibt es in diesem Jahr mehr als sonst, oder die Wirksamkeit des (giftigen) Zeckenabwehrmittels für den Lockenhund lässt nach. Ob die Zeckenmonster eine Resistenz entwickeln?

GEKAUFT: einen Gedichtband mit Werken von Emily Dickinson. Von ihr stammt auch das Thema der neuen Eye-Poetry # 06


Eigentlich sollte der Lockenhund ja mit Herrn Holunder an diesem Sonntag eine weitere Mantrailing Prüfung ablegen. Doch bei den angesagten Temperaturen müssen die Fortgeschrittenen jetzt auf einen anderen Termin ausweichen. Bis sie an der Reihe sein würden, wäre es viel zu heiß (für das schwarzen Lockenfell besonders).
Wenn es nach mir ginge, bräuchte es eh nicht wärmer als 24 Grad zu werden. In der Sonne würdet Ihr mich eh vergeblich suchen, ich bin eher ein Schattengewächs, da ich extrem schnell einen Sonnenstich und Sonnenbrand bekomme.
Ist noch ein Platz unter dem Sonnenschirm frei beim Samstagsplausch meiner Namensvetterin ? Für mich dann bitte eine erfrischende Rhabarber-Schorle.
Und Ihr? Sonnenanbeter oder Schattensucher?
Ein schönes Wochenende


Freitag, 16. Juni 2017

Eye-Poetry # 06 - Die kreative Herausforderung für Juni /Juli


Kaum öffnete sich gestern die Link-Party für die Eye-Poetry # 05 ( bis zum 14.7. dürft Ihr Euch gern noch weiter von Pablo Neruda inspirieren lassen), schiebe ich gleich schon die nächste Aufgabe nach.

Endlich wollte ich mal ein Gedicht einer Frau als Inspirationsquelle für unsere Challenge auswählen. Lange habe ich danach gesucht, gefunden, verworfen und wieder alles von vorne begonnen.

Entschieden habe ich mich dann für eines der bekannteren Gedichte  der bedeutenden amerikanischen Dichterin Emily Dickinson (1830 - 1886). Ihr dichterisches Werk wurde erst nach ihrem Tod veröffentlicht und wirkt ungemein modern, ihrer Zeit weit voraus. Emily Dickinsons Leben in einem puritanischem Provinznest war von Einsamkeit und Krankheit bestimmt. Ihr Elternhaus hat sie kaum verlassen, Dabei ist sie hochbegabt und intellektuell gewesen. Ihre Lyrik kommt mir oft wie ein klarer Kristall vor.
An die Übersetzung haben sich schon manche gewagt, ihr dürft es auch tun, ich habe den englischen Originaltext gleich dazu gesetzt.


Gedicht Nr. 1776

To make a prairie it takes a clover and one bee,
One clover, and a bee.
And revery.
The revery alone will do,
If bees are few.  

Für eine Wiese braucht es Klee und Bienen,
Je eins von ihnen.
Und Träumerei.
Die Träumerei tut's auch allein, 
Bei wenig Bienen.

Emily Dickinson 



Der Sommer bringt gewiss seinen Part an Anregungen mit. Ich bin sehr gespannt, was für eine Vielfalt sich Mitte Juli wieder vor uns ausbreiten wird!

Am 15. Juli werde ich  nachfragen, was Euch an interessanten Ideen in den Sinn gekommen ist. Vom 15. Juli bis zum 14. August habt Ihr dann wieder Zeit zum Verlinken.

Hier noch einmal die Spielregeln:

Eure Möglichkeiten sind weit gefächert, je größer am Ende die Vielfalt, desto interessanter ist es doch.

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" -  Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 16. eines Monats stelle ich ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vor.
Wir haben einen Monat Zeit,  einen ganz persönlichen kreativen Weg zu finden, den Text für das Auge umzusetzen, zu interpretieren und in eine neue, eigene Form zu gießen.
Die Form ist frei. Möglich sind z.B.

- Foto, Fotoserie
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...

Es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 15. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
(Am besten, ihr sucht für das Thumbnail-Image, das dann hier auf dem Blog erscheint, Euer Ergebnis aus).
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrunde liegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder Werbung tragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

Gern dürft Ihr diesen Button mit auf Euren Blog nehmen:


Viel Spaß! Wir treffen uns mit unseren Ergebnissen dann hier am 15. Juli.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Eye - Poetry # 05: Zeigt doch mal her!


Ging es Euch auch so, dass dieses Gedicht Euch vor ungeahnte Herausforderungen stellte? Naja, meist ist man ja selber dafür verantwortlich, welches Ausmaß die Folgen von Inspirationen annehmen...
(Wer noch ein paar Infos oder Auffrischung braucht, wie diese Challenge abläuft, schaut hier nach.)

Die Königin

Ich hab dich zur Königin ernannt.
Größere gibt es, größer als du.
Reinere gibt es, reiner als du.
Schönere gibt es, schöner als du.

Doch du bist die Königin.

Wenn du durch die Straßen gehst,
erkennt dich keiner.
Niemand sieht deine Krone aus Kristall, niemand schaut
den Teppich aus rotem Gold,
den jeder Schritt von dir betritt,
den Teppich, der gar nicht da ist.

Und wenn du erscheinst,
rauschen alle Flüsse
in meinem Körper auf, rütteln
die Glocken am Himmel,
und ein Hymnus erfüllt die Welt.

Nur du und ich,
nur du und ich,
meine Liebe,
hören ihn tönen.

Pablo Neruda



Für mich bietet die Eye-Poetry Challenge ganz allgemein die Möglichkeit, verschiedene Arbeitstechniken und kreative Methoden auszutesten.
Was liegt mir? Was macht mir Freude? Womit komme ich in den "Flow"? - Und natürlich: was ist so gar nicht mein Ding?
Das sind eigentlich die Fragen, die mich leiten, wenn ich ins praktische Tun komme.
Bei den bisherigen Ausgaben der Eye-Poetry habe ich meine Inspirationen zu den Texten  versucht, möglichst unterschiedlich umzusetzen.

01 Nähen (Quilten)
02 Nähen (Applizieren, Freihandnähen)
03 Fotografie
04 Collage

Manches Mal wird man dann aber auch von der Inspiratioen förmlich überrollt und muss schauen, wie man sie realisieren kann.

Eigentlich dachte ich, dass ich bei diesem Gedicht ins Figürliche gehen könnte, doch dann traf mich bei wiederholtem Lesen halt eine ganz andere Idee und hebelte diesen Plan aus.
Ich mag es, wenn literarische Texte für Kinder umgesetzt werden (z.B. Shakespeares Sommernachtstraum als Bilderbuch).So etwas wollte ich anhand der "Königin" von Neruda auch versuchen. Ich hatte auch gleich ein kleines vierjähriges Mädchen vor Augen, dem ich damit etwas sagen wollte.

Idee:
Umsetzung des Gedichtes in ein Bilderbuch.
Das heißt, dass ich mich mit dem Text auseinandersetze und schaue, in was für kindliche Bilder ich ihn transferiere. Da tauchen eine Menge Themen auf, die ich bewegen musste, ab und an habe ich einen Blick auf den Originaltext oder die englische Übersetzung getan, um noch näher heran zu kommen (den Rest erspare ich Euch, ich habe u.a. Literatur studiert, der Bereich ist da eher lustbetont. die Umsetzung dann mit Schere, Papier, Klebstoff, Farbe, Stift und Pinsel ist da viel komplizierter...).

Medium:
Da ich mir vorgenommen hatte, wieder eine neue Arbeitstechnik anzugehen, wollte ich den Gelatinedruck ausprobieren, dem ich bislang immer ausgewichen bin. Der Gellidruck sollte den Hintergrund bilden für die Collagetechnik.
Und sieh an, so schwierig wie vermutet, war das auch gar nicht. Die Gelatineplatte ist auf Anhieb gelungen. Hier möchte ich unbedingt ein bisschen weiter einsteigen, als jetzt bei diesem Projekt.

Nach Fertigstellung habe ich die Bilder eingescannt und mittels Internet ein Foto-Büchlein daraus gemacht mit der deutschen und englischen Übersetzung des Gedichts. Wenn es fertig ist, werde ich es hier nochmal zeigen.
Hier unten sind jetzt die Originale mit dem deutschen Text zu sehen.












Ich bin gespannt, wie das kleine Mädchen das Büchlein aufnehmen wird. Habe ich die richtigen inneren Bilder getroffen?

Doch nun endlich zu Euch. Was für Inspirationen sind Euch zu Nerudas Gedicht gekommen?  Wie habt Ihr sie aufgenommen und umgesetzt? Wie habt Ihr Euch dabei gefühlt?

Ich habe dieses Mal ein kleines technisches Problem, so dass es heute keine Fotovorschau beim Verlinken geben wird.  Vielleicht kann ich sie im Laufe der nächsten Tage nachreichen und einarbeiten.  
Verzeiht es mir, beim nächsten Mal wird es wieder wie immer ablaufen! 

Falls Ihr Probleme beim Verlinken haben solltet, schreibt bitte den Link in Euren Kommentar, so dass ich versuchen kann, hilfreich einzugreifen.

Zusätzlich werde ich hier noch einmal die TeilnehmerInnen mit Namen und gleichzeitiger Verlinkung zum Anklicken aufführen. Danke an: Heide/ Heidekind, Jutta /Digital Wonderland, Eva/ verfuchstundzugenäht, Pia/ Pias Blog, Mano/ Manoswelt, Eva/ RundumLudwigsburg, Susanne/ NahtlustAstrid/ Lemondedekitchi       

Hier geht es zur Verlinkung: (bitte beachten - der jüngste Beitrag wird immer zuoberst aufgeführt) : 

Samstag, 10. Juni 2017

Sturmkirschen und Holunderhimmel {samstagsplausch}

"In Zeiten globalen Betrugs gilt es als revolutionäre Tat,
wenn man die Wahrheit sagt."

George Orwell



GELACHT: über Sturmkirschen... Immerhin haben sie den späten Wintereinbruch überstanden, jetzt trotzen sie stürmischen Böen.

GELESEN: P. Ness und S. Dowd: 'Sieben Minuten nach Mitternacht', sehr eindrucksvoll und sehr bewegend.
Gerade habe ich nochmal eines meiner Lieblingsbücher R.J. Palacio: 'Wunder' hervor geholt, um es hintereinander mit ihrem Folgeband 'Wunder - Julian, Christopher und Charlotte erzählen' zu lesen.

GEPLANT: eine Operation


GENERVT: weil keine Fahrt über die Alpen zum Berghäuschen in diesem Juni möglich ist, also bleibt auch diese Woche nur der Blick hin zu den Bergen

GEFREUT: über die lieben Grüße von Nicole und die feine Karte von Birgitt.  Ein herzliches Dankeschön an Euch beiden!

GEMERKT: dass sich die geliebte Spargelzeit schon wieder dem Ende zuneigt. Michaela hat schnell noch ein Genussrezept vorgelegt. Mmmmh. (Schnell noch kochen, denn nach der OP wird es sich bestimmt schlechter schlucken lassen...)



GEROCHEN: Holunderblütenduft überall - hier ein echter Holunderblütenhimmel

GEZÄHLT: ein neues Lebensjahr für mich und zeitgleich für die große Tochter

GELUNGEN: meinen Beitrag zur Eye-Poetry # 05  fertigzustellen. Zumindest ist er jetzt wenigstens vorzeigbar...

GESESSEN: in Wartezimmern


GESEHEN: dass auf dem großen Feld wieder eine Bienenweidenmischung gesät wurde und schnell noch die Sämchen, die ich geschenkt bekommen habe daheim im Kübel auf der Terrasse eingebracht.

GESTAUNT: dass sich  die freche Spatzenschar, die sich über meine Ganzjahresfütterung freuen darf, an unseren Monatserdbeeren gütlich getan hat


Da jetzt endlich der Nähtisch wieder frei ist, hoffe ich am Wochenende  "schnell" noch die Kleidchen für die Mädels fertig zu nähen, um Anfang der Woche  ein Paket Richtung Staaten abzusenden. Dann wartet auch noch der Quilt-Block für den Monat Juni auf mich.
Am 15. steht dann die Link-Party für die Eye-Poetry an. Da bin ich schon gespannt auf die Beiträge.

Am Wochenende soll es ja schön warm werden, da können wir doch den Kaffee gleich draußen im Freien einnehmen.
Ich hätte gern einen Eiskaffee...!
Mal sehen, was Andrea bei ihrem Samstagsplausch so serviert.
Falls Katja wieder einmal Himmelsblicke sammelt, habe ich heute ja einige dabei.

Donnerstag, 8. Juni 2017

** Die Tiere und ich ** in 15 Fakten

"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation
kann man daran messen,
wie sie die Tiere behandeln."

Mahatma Gandhi


1 Schon als Kind war ich wohl eine große Tierfreundin.  Statt mit Puppen spielte ich lieber mit Stofftieren. Zwar hatten wir (anfangs) keine Tiere im Großstadthaushalt, aber ich lernte sie angstfrei kennen und berühren. Ich hab da gleich Fotos vor Augen, die mich mit Schafen und Katzen zeigen, und einen Urlaub auf dem Bauernhof mit Kühen in Erinnerung.  


2 Mein Vater erzählte oft die Geschichte des Schäferhundes in seiner Kindheit. Ob dies den Keim zu meiner Liebe zu Hunden legte?


3 Von meinem ersten Schultag blieb mir nur in Erinnerung, dass mir ein großer Hund entgegen kam, während meine Mutter weit hinter mir lief. Ach, ich fand den Hund einfach nur grandios. Was sonst noch an dem Tag geschah? Keine Ahnung, war wohl nicht so wichtig. Dass einer meiner Mitschüler einen Airedale Terrier besaß, der mich im Überschwang der Begeisterung umwarf, weiß ich heute noch. Es steigerte meine Hundeliebe eher, als dass es sie dämpfte.


4 Klar, dass mein allergrößter Wunsch war, selber einen Hund zu haben. Oder ein Pferd. Trotz meiner Berechnungen, dass das gar nicht so teuer wäre, ließen sich meine Eltern nicht erweichen.


5 Mein erstes eigenes Tier war dann ein Wellensittich. Mein zweiter Wellensittich lernte das Sprechen und eine Menge unterhaltsamer Kunststücke.


6 Auf dem Gymnasium wählte ich Latein als zweite Fremdsprache, um das große Latinum zu machen. Das brauchte man doch, um Tiermedizin zu studieren. Das Latinum habe ich tatsächlich geschafft, die Abi-Note für so ein Studium leider nicht. Irgendwie waren die anderen beruflichen Alternativen immer nur zweite Wahl. So ist das, wenn man seiner eigentlichen Berufung beraubt wird.


7 Es sollten noch viele Jahre ins Land gehen, bis dann, als unsere jüngste Tochter im Kindergartenalter war und wir endlich einmal einen tierfreundlichen Vermieter hatten, ein schwarz-weißes Katzenbaby bei uns einziehen durfte. Unsere Katze stammte von der Insel Reichenau, verdankte ihren Namen 'Mio' einem Irrtum bezüglich ihres Geschlechtes und erwies sich als wahrer Haudegen.
Sie zog mit uns dreimal um, war stets der Schrecken der Straße, überlebte einen schweren Unfall und wurde 21 Jahre alt. Außerdem hatte sie keine Probleme im Laufe der Jahre drei Hunde in die Familie zu integrieren und trotzdem unangefochtene Chefin zu bleiben.


8 Obwohl ich schon im Grundschulalter ein Pferd anmahnte, habe ich erst zeitgleich mit meinen Töchtern reiten gelernt. Aber es war einfach zu spät, als dass es die große Leidenschaft wurde.


9 Eigentlich haben wir gebaut, weil wir endlich einen Hund haben wollten. Die Vermieter haben die Hundehaltung nie erlauben wollen. Unser Welpe wurde in dem Monat geboren, in dem wir ins Haus einzogen.


10 Wir hatten acht Jahre lang zeitgleich zwei Hunde (im Altersabstand von zwei Jahren) und knapp sieben Jahre lang drei Hunde. Nachdem die beiden alten vor anderthalb Jahren innerhalb eines Monats starben, verblieb nur noch der Lockenhund bei uns.
Ein Leben ohne Hund ist für uns einfach nicht mehr denkbar.


11 Mittlerweile gehöre ich auch zu jenen, die ganzjährig Wildvögel füttern. Rabenvögel finde ich schlau und spannend, über die zahlreichen Störche hier freue ich mich. Mein Verhältnis zu Schwänen allerdings ist eher ambivalent...


12 Kleintiere wie Meerschweinchen, Hamster oder Kaninchen sind nicht so meins. Dafür habe ich - wie auch früher - immernoch Freude an größeren Tieren wie Eseln, Schafen oder Ziegen.


13 Schmetterlings- oder Käfersammlungen sind mir ein Graus. Ich liebe es, diese Tiere in freier Natur zu beobachten. Mücken und Zecken stehen allerdings eher auf meiner schwarzen Liste.


14 Tiere esse ich nur selten und notgedrungen. Meine Nahrungsmittelunverträglichkeiten machen es mir nicht möglich gänzlich auf Fleisch oder Fisch zu verzichten. Sonst wäre ich Vegetarier. (oder Fast-veganer, denn Milch vertrage ich ja auch nicht...).


15 Ich gebe zu, dass ich die Namen mancher Leute, die ich öfter treffe, nicht kenne, dafür aber den ihres Hundes. Vermutlich geht es anderen Hundemenschen auch so. (Nutzt ruhig die Kommentarfunktion als "Coming Out", sonst fühle ich mich so allein...;-)

Danke für dieses schöne Motto für Deine Juni-Linkparty, liebe Astrid und Dir, liebe Lotta, für das tierische Fotoprojekt.