Freitag, 10. November 2017

Mein Lesemonat Oktober



Wie Ihr wisst, habe ich mich in diesem Jahr den Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt verschrieben. Hier sind meine Highlights des vergangenen Monats:
Im Oktober drehten sich meine Bücher hauptsächlich um Frauen - unmittelbar und mittelbar.

Mein absoluter Liebling ist eigentlich ein Jugendbuch:
Elena Favilli und Francesca Cavallo: Good Night Stories for Rebel Girls. 100 außergewöhnliche Frauen. 
Ende September im Hanser Verlag erschienen.
Die Portraits von Frauen aus allen Ecken der Welt und unterschiedlichen Zeiten bis zur Gegenwart sind jeweils straff auf einer Seite spannend und interessant zusammengefasst. Gerade so, dass junge Menschen am Ball bleiben und vielleicht neugierig geworden dann über die eine oder andere Frauenbiographie weiterforschen.
Diese kurzen Geschichten sind so kurzweilig, ermutigend und faszinierend, dass es eine Freude ist, sie auch als Erwachsener zu lesen. Von manchen kannte ich schon die Geschichte, bei anderen nur den Namen und einige waren tolle Neuentdeckungen.
Nein, erwartet keine Gute-Nacht-Geschichten, diese Kurzbiographien machen wach und munter!
Schließlich ist das Motto des Buches:" Dream bigger / Aim higher / Fight harder / And, when in doubt, remember  / You are right. -  Träumt größer / Zielt höher / Kämpft entschlossener / Und im Zweifelsfall merkt Euch: / Ihr habt Recht."
Den Kurzbiographien gegenüber gestellt sind Bilder der entsprechenden Frauen, die von verschiedenen Künstlerinnen in individuellen Stilarten gestaltet wurden.

Ob ich mit dem Buch warte, bis mein großes Lockenmädchen 12 Jahre alt geworden ist? Nein, das soll ihre Mama auch mit Freude lesen und schon mal die geeigneten Geschichten für das Alter des großen Lockenmädchens auswählen und vorlesen. Man kann nicht früh genug damit anfangen.
Ach ja, Männer und Jungen sind natürlich im Kreis der Leserschaft ebenfalls willkommen.

Über eine rebellische junge Frau erzählt auch der Roman "Die Farbe von Milch" von Nell Leyshon (Eisele Verlag, auch im Sept. 2017). Die 15 jährige Protagonistin Mary schreibt ihre kurze Geschichte im Jahr 1831 nieder, als es noch nicht selbstverständlich war, dass ein einfaches Bauernmädchen dies zu tun vermag. Ein Jahr zuvor veränderte sich ihr Leben schlagartig, als ihr Vater sie gegen ihren Willen und für ein Sümmchen Bargeld fortschickte von der ärmlichen elterlichen Farm, dem harten arbeits- und entbehrungsreichen Leben mit den Schwestern und dem kranken Großvater, um im Pfarrhaus der kranken Pfarrersgattin im Haushalt zu helfen. Mary hat ein starkes eigensinniges Wesen und entdeckt nun dort den ungeahnten Hunger nach Bildung.
Ein sehr bewegendes Buch, das einen sofort durch seine Sprache und die eigenwillige Persönlichkeit Marys in den Bann schlägt, so dass man es nicht mehr zur Seite legen mag. 

Eigentlich ist es ein Mann, Paul Benitt, dessen Lebensweg wir in Agnes Krups Roman Mit der Flut (Piper, Okt. 2017) verfolgen, aber es sind vor allem die Frauen in seinem Leben, die unter seiner Art zu leiden haben. Denn Paul verfolgt vor allem seine eigenen Interessen, lässt sich dabei aber auch immer wieder treiben, schwimmt "mit der Flut", entzieht sich emotionaler Nähe und Verantwortlichkeit.
Zunächst verschlägt die Abenteuerlust ihn Anfang der 1920iger Jahre nach Amerika, wo er in der jungen sizilianischen Einwanderin Antonia Hoffnungen auf eine Heirat erweckt, sich dann aber von der Mutter heim locken lässt, mit dem Versprechen, ihm das ersehnte Medizinstudium zu finanzieren. Doch der zweite Weltkrieg wird aus den wenigen Studienjahren Wartezeit für Antonia, eine schiere Ewigkeit werden lassen.
Die Realitäten auf beiden Seiten des Atlantiks werden eindrücklich geschildert. Antonia wird ihren Paul bekommen, dessen versichert uns die Autorin gleich von Anfang an. Aber die Wege sind verschlungen und jenseits von romantischer Liebesgeschichte.




Lange, dunkle Leseabende gibt es gerade genug. Hat eine von Euch schon eines dieser Bücher aufgeschlagen?

Kommentare:

  1. Guten Morgen!
    Alle drei Bücher haben mich sehr neugierig gemacht. Dabei ist mein Stapel schon so hoch...
    Dankeschön für die tollen Tipps. Mindestens die Kurzbiogaphien finden den Weg zu mir.
    Schönes Wochenende!
    Nina

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  2. Ersteres wäre dann wohl auch ein Fall für mich...wobei: 45 Frauen habe ich auf meiner Liste, damit bin ich noch gut ein Jahr beschäftigt. Aber zum Weiterverschenken an Enkelin Nr. 1 werde ich es dann wohl kaufen & rein spingsen.
    Bon Week-end!
    Astrid

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  3. Nein, liebe Andrea, noch nicht... Vielleicht, wenn ich mich jetzt in Freiberg in der Stadtbibliothek anmelde, könnte ich mal schauen... Die Hinweise aus deiner Richtung schätze ich jedenfalls sehr. Liebe Grüße Ghislana

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  4. Zum Lesen von Romanen komme ich leider momentan kaum noch. Aber der Buch-Tipp für die rebellischen Mädels ist großartig, danke.
    Liebe Grüße

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  5. Die rebellischen Mädchen finde ich auch sehr interessant!!! Mal schauen, ob unsere Bücherei das Buch hat...
    Liebe Grüße Andrea

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  6. Huhh. Die Farbe von Milch reizt mich ja.
    Liebe Grüße
    Andrea
    (und du hast recht, Buchvorstellungen werden grundsätzlich, weniger angeklickt)

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  7. Nein, leider kenne ich keines davon. Aber "Die Farbe von Milch" interessiert mich. Ich werde es auf meine Weihnachtswunschliste setzen.
    Lieben Gruß
    Katala

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  8. Interessant. Nein, ich kenne keines der Bücher. Ich hab diesen Sommer und Herbst international gelesen, ich war grad dabei alles auf Deinen Post zu antworten, aber das ist ja Käse, ich mach nen Post drüben bei mir zu meinen Büchern, kicher. Vielleicht können wir Leseratten uns beflügeln. Du hast feine Bücher ausgesucht, die Farbe von Milch würde mich auch interessieren. Bücher sind was herrliches. Liebe Sonntagsgrüße! Eva

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  9. ich glaube, die rebellischen mädels sind auch etwas für mich. bei kurzen geschichten kann ich am ball bleiben, ansonsten fehlt mir oft die konzentrationsfähigkeit und ich mache dann lieber etwas mit den händen.
    liebe grüße
    mano

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