Dienstag, 20. Februar 2018

Mit Bus und Bahn .... {Tell a story}

In Bussen und Straßenbahnen habe ich als Kind und Jugendliche jeden Tag anderthalb Stunden (Wartezeiten beim Umsteigen nicht einberechnet) auf dem Schulweg verbracht. Keine Klassenkameradin war in meine Richtung unterwegs, das war ganz schön öde.

Heute bin ich ganz zufrieden, dass unser Örtchen einen Bahnhof hat, an dem ein überregionaler Zug Richtung Norden und die Regionalbahn halten. Mit der (Schweizer-) Bahn sind wir schneller in Zürich als mit der Bundesbahn in Stuttgart...
Unsere Töchter sind natürlich mit dem Seehas (Regionalbahn betrieben von der Schweizer SBB) immer Richtung Schule gefahren. Ich selber nutze diese Möglichkeit ohne Parkplatzsorgen in die Stadt zu fahren seit wir Hund(e) haben seltener. 

Auf Städtereisen (ohne Hund) steigen wir dann aber gern wieder öfter in Bus und Bahn ein.
Hochgradig intensiv bin ich mit Bahn - sowohl U-Bahn, als auch Tram - in Lissabon gefahren. Diese Bahnen sind wirklich sehr speziell...



Würde ich in so einer Großstadt leben, würde ich wahrscheinlich ganz aufs Auto verzichten oder nur damit fahren, wenn ich die Stadt verlassen wollte. Der Verkehr ist so dicht und so chaotisch... Da ist man mit der U-Bahn auf jeden Fall schneller. Die Straßenbahn hingegen muss sich ihre Gleise oft freiklingeln, weil mal wieder irgendein Dödel nerviger Zeitgenosse in der extrem engen Alfama auf den Gleisen parkt...

Als ich vor Jahren zum ersten Mal in Lissabon war, gab es noch nicht solche Touristenströme wie heute, wo man hauptsächlich Touris in den Trams sieht.
Aber ich liebe diese Bahnen, weil sie mich ein bisschen in geliebte Bücher und Filme katapultieren (z.B.  A. Tabucci: 'Erklärt Pereira', P. Mercier: 'Nachtzug nach Lissabon' oder Wim Wenders 'Lisbon Story').

Schaut mal in meine Straßenbahngeschichte von Lissabon hinein, falls ihr sie noch nicht kennt.



Wer sich ein bisschen auskennt, weiß, wann er bei welcher Bahn auch mal seinen Sitzplatz frei aussuchen kann...
Sonst heißt es nämlich anstehen, warten, reinquetschen...


Die Fahrt mit der U-Bahn ist in Lissabon auch etwas Besonderes, weil die meisten Stationen eher an Ausstellungen moderner Kunst erinnern. Hier habe ich ein bisschen mehr darüber berichtet.


Diese nette Aktion, mit Bildern Geschichten zu erzählen, hat sich Emma (frühstück bei emma) ausgedacht.

Montag, 19. Februar 2018

T-h-e-a-t-e-r und ich {über mich}

In ihrer Linkparty des Monats Februar möchte Astrid etwas über unser Verhältnis zum Theater wissen. Da zähle ich mal keine Fakten, sondern hangele mich an den Buchstaben entlang...  

  


Tatsächlich
kann ich mich überhaupt nicht daran erinnern, aber meine Eltern erzählen von einem Bühnenauftritt im Kindergartenalter, bei dem ich dem Publikum aber lieber den Rücken zukehrte. Offensichtlich wusste ich damals schon, in welche Richtung ich blicken wollte.

Hatten
wir auch Theaterstücke im Unterricht gelesen, angeschaut haben wir sie uns so gut wie nie.
Leider haben unsere Lehrer nur selten die Gelegenheit ergriffen, mit einer Klasse das Theater zu besuchen. In Erinnerung ist mir da noch die Aufführung von "Maria Stuart" geblieben, die wir in der Nachbarstadt besuchten. Leider musste uns unsere Lehrerin noch vor Ende der Stücks aufscheuchen, damit wir unseren Zug zurück erreichen konnten. Mir war das extrem peinlich...
Beim Schüleraustausch sahen wir uns den 'Midsummer Night's Dream' im Regent's Park in London an. Seitdem liebe ich Shakespeares Sommernachtstraum.
In meiner Gymnasialzeit genossen hauptsächlich die Schülerinnen des neusprachlichen Zweigs die Möglichkeit zum Theaterspiel. Eine Theater AG gab es bei uns nicht. Meine Schule war Theaterwüste pur....

Eigentlich
mochte ich das Theater doch so sehr, da war es doch wunderbar, dass mein Vater bei der Berufsfeuerwehr arbeitete. So bekam er auch immer wieder die Möglichkeit bei Theateraufführungen Dienst zu übernehmen. Toll fand ich es, wenn das Theaterstück für mich geeignet war, so dass ich die Begleitperson sein durfte. Dann konnte ich zunächst meine Großtante begrüßen, die als Garderobiere am Theater angestellt war. Natürlich begleitete ich meinen Vater beim Kontrollgang hinter der Bühne, was stets extrem spannend war. Auf gesonderten, für die Feuerwehr reservierten Plätzen konnten wir dann die Stücke genießen. Ich kann mich auch noch an die lebhaften Diskussionen meiner Eltern über die Aufführungen von Peter Zadek erinnern (da durfte ich aus Altersgründen noch nicht mit...menno...).

Als
Oberstufenschülerin mit Leistungsfach Deutsch las ich aus eigenem Antrieb begeistert viele Dramen der Weltliteratur.  Ich kann mich noch gut erinnern, dass meine Deutsch-Leistungskurslehrerin erstaunt war, als sie nach unserer derzeitigen Lektüre fragte und von mir Eugene O'Neill "Eines langen Tages Reise in die Nacht" hörte (ihr Erstaunen fand ich sehr merkwürdig, deshalb blieb es mir im Gedächtnis...).

Theater
begeisterte mich in meiner Studentenzeit zunehmend. Im Germanistikstudium hatte ich viele Seminare zu diesem Thema belegt. Am Bochumer Theater hatte ich natürlich ein Abo und konnte die Intendanz von Claus Peymann genießen. Manche Stücke sah ich mehrmals...  Dieses Theater hat mich wirklich sehr geprägt.
Natürlich war ich auch in einer Gruppe des Studententheaters, aber unser Stück "Warten auf Godot" machte dem Namen alle Ehre, es versandete nämlich vor lauter Diskussionen zwischen Ensemble und Regie....

Ein
geduldiges und begeistertes Publikum fand ich über Jahre in meinen Töchtern (und sie in mir umgekehrt auch). Puppen- und Maskentheater geht spontan doch immer....
Als die Kinder größer waren, besuchten wir auf unserer Rundreise durch die griechische Peloponnes  Epidauros und das größte und beeindruckendste antike Theater. Unvergesslich, diese Eindrücke.

Richtig
ausleben konnte ich meine Theaterbegeisterung mit den SchülerInnen in meinen Jahren als Lehrerin.
Der Wunsch selber auf der Bühne zu stehen, bestand bei mir nie wirklich, sondern der, Stücke auf die Bühne zu bringen. Deshalb habe ich eine Ausbildung zur Theaterpädagogin BuT absolviert und mich ein paar Jahre lieber darauf konzentriert. Das Einbinden von Musik und Choreographien habe ich immer sehr geliebt, die großen Bilder erzeugen, die das Publikum lange mit sich tragen kann...  Mit Kindern und Jugendlichen an einem Stück arbeiten - so was wie "Rhythm is it" ist da pure Motivation.

aus einer meiner eigenen Produktionen

"Das Theater unserer Zeit ist mies. 
Selten ist es aber so mies, wie wenn sie diesen elenden Shakespeare spielen."

aus den Tagebüchern des Samuel Pepys 1633 - 1703 

(die Tagebücher des Londoners sollte man mal gelesen haben, aber das ist wieder ein anderes Thema)....
   

Samstag, 17. Februar 2018

Wahlrecht für Bäume! .... {Wochenrückblick}

"Bäume gehen nicht zur Wahl."

Horst Stern  



GEÄRGERT: auf die Frage einer Kommunalpolitikerin, warum er für kommende Generationen kaum Eichen nachpflanzen würde, meinte der hiesige Förster, das wäre zu teuer. Diese Einstellung sieht man dem Wald hier mittlerweile ziemlich deutlich an. 

GEFOLGT: dem schönen Buchtipp von Nicole für die kleinen Lockenmädchen. Da können sie mal mit ihrem Wald in Nordamerika Vergleiche ziehen.




GESTAUNT: wie schnell man von Schnee- und Graupelwolken eingeholt wird...  Ich stand gerade bei meinem ländlichen 12tel-Blick Standort und schwenkte die Kamera leicht nach rechts.




GEFREUT: dass sich wieder so viele schöne Beitrage zur Eye-Poetry #12 eingefunden haben. Schaut mal rein! Die Verlinkung ist noch bis zum 28.2. offen.

GESTARTET: die neue Eye-Poetry #13 mit einem Literaturzitat von Astrid Lindgren. Vielleicht hast Du ja Lust teilzunehmen!




GEDACHT: hatte ich ja schon allein wegen der Eye-Poetry eher an den Frühling. Doch der Winter brachte sich mit Schnee, Graupel, Eis, kaltem Wind und grauen Wolken wieder ins Spiel.

GERUTSCHT: auf dem Eis bin ich, weil ich mal wieder vergessen hatte, die Schuhe mit dem Winterprofil anzuziehen. Wenn man den Hund an der Leine hat, ist das schon ziemlich wichtig.

GESEHEN: sooooooo viele Winterlinge, die aus der dünnen Schneeschicht heraus schauten. Auch die Osterglocken und Tulpen hocken schon in den Startlöchern.




GELESEN: für sehr gut befunden und rezensiert: Tom Hillenbrand: Hologrammatica. Gerade begonnen habe ich mit Jessie Burton: Das Geheimnis der Muse

GESCHAUT: die dritte Staffel von "Being Erica" auf DVD (beim Bügeln...) Kennt jemand von Euch die Serie?



GELACHT: über dieses Ballett. Ich habe mich sofort mit der bebrillten Ballerina identifiziert - und nicht nur, weil ich eine Brille trage...

GENOSSEN: blauen Himmel und Sonne am Aschermittwoch. Sofort strömten die Leute hinaus. Die Bauern haben schon Felder umgepflügt und fleißig die Wiesen gemistet...



GENÄHT: Nickikleid und -hosen, Bluse und Jerseyjacke für die Lockenmädchen

GESCHICKT: ein Geburtstagspäckchen für die Tochter nach Vermont - und es ist bereits angekommen (erstaunlich, weil ich es mit der deutschen Post versandte...)

GEHÖRT: die gute Nachricht, dass Deniz Yücel frei ist. Astrid hat hier wieder Interessantes dazu kommentiert und gesammelt.




GEENDET: ist die Fasnacht. Und sogleich wurde der Narrenbaum am Waldrand entsorgt. Sollen jetzt Fuchs und Has' mit bunten Bändern durch den Wald tanzen? (Ich will ja hier nicht ständig die Spaßbremse rauskehren, aber so manches hinterlässt ein großes Fragezeichen auf meinem Gesicht...)

GESCHMUNZELT: ein Book Blind Date ist doch auch mal eine lustige Idee, oder?

GENERVT: dass sich die Wetterprognose für die kommende Woche jeden Tag ändert. Eigentlich hatte ich ja gedacht, meinen Friseurtermin auf einen schneefreien Tag gelegt zu haben - denkste...



Wie war Eure Woche? Habt Ihr schon frühlingshafte Deko ausgepackt und Frühlingsblüher zur Stimmungsaufhellung besorgt?

Mal schauen, ob ich mir heute auf dem Markt oder in der Stadt irgendetwas besorge, was meine Stimmung hebt. Ein paar Forsythienzweige vielleicht oder etwas besonders Leckeres zum Kaffee, hmmm....


verlinkt bei Andreas (Karminrot) Samstagsplausch
und Katjas (die raumfee) In Heaven
 

Freitag, 16. Februar 2018

Tom Hillenbrand: Hologrammatica {Bücher}

Neuerscheinung des Monats Februar: 
Spannung pur! Ein intelligentes und hintersinniges Vergnügen.




Eigentlich ist weder Science Fiction noch Thriller mein Genre, und dennoch hat mich die Kombination aus beiden verlockt. Ich bin auch wirklich nicht enttäuscht worden.

Tom Hillenbrands "Hologrammatica" verspricht schon mit dem Cover, dass man sich von interessanten Scheinwelten überraschen lassen kann.

Wir tauchen ein in das Leben im Jahre 2088, das sich technisch stark von unserer Gegenwart unterscheidet. So legt sich ein Holonet über die Oberflächen der Stadt, der Häuser, der Inneneinrichtungen und schafft ein schönes Bild, hinter dem sich oft genug eine hässliche, und nun nicht mehr sichtbare Realität befindet. Selbst ganze Denkmäler lassen sich damit darstellen, ohne wirklich vorhanden zu sein. Kein Wunder, dass die Menschen ihr Äußeres ebenso damit verändern und glätten.
Verschiedene Ereignisse haben die Bevölkerung in der Vergangenheit dezimiert und die Sicherheitsbestimmungen verändert. Der Klimawandel hat inzwischen eine Wanderung der Bevölkerung in Richtung kühlerer Regionen bewirkt.
In diesen Umbruchszeiten erhält der Londoner Quästor Galahad Singh, eine Art Privatdetektiv, der verschwundene Personen sucht, einen Auftrag, nach einer jungen Computerexpertin zu fahnden, die seit kurzem vermisst wird. Sie ist in einer aufsteigenden Branche tätig, denn die Möglichkeit, das eigene Gehirn in einer digitalen Form herunterzuladen und in einem anderen, neuen Körper ein Upload durchzuführen, boomt.   



Galahad Singh ist schon ein ganz spezieller Ermittler, mit dem man erst warm werden muss, der dem Leser dann aber sehr ans Herz wächst. Seine Persönlichkeit und seine Biographie wird im Laufe der Geschichte zunehmend vertrauter, indem sie  in den Handlungsablauf spannend eingeflochten wird.
Der Fortgang der Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt.
Er behandelt seinen Begleiter (mich, den Leser) so als wäre er ein Zeitgenosse, dem er manches an Technik oder geschichtlichen Hintergründen erst genauer erklärt, wenn er es für seine Ermittlungen wichtig erachtet.
Aufmerksames Lesen lohnt sich, denn so lassen sich Details und komplexe Zusammenhänge erkennen und erschließen.

Der Handlungsverlauf hält einen hohen Spannungsbogen und sein Tempo bis zum Ende durch. Die Ideen und Überraschungen gehen dem Autor nicht aus. Sowohl sein Protagonist als auch seine Geschichte sind wirklich unkonventionell, auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Mich hat das hervorragend geschriebene Buch ungemein gefesselt. Es hat mich förmlich aus meiner Gegenwart gesogen...
Wenn ich auf der letzten Seite dann traurig bin, mich vom Protagonisten zu verabschieden, dann ist das eine echte Leseempfehlung.

Tom Hillenbrand:
Hologrammatica. Thriller.
KiWi Taschenbuch 2018